Was ist Herzschwäche?

Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist nach den neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC)  durch typische Symptome (z. B. Luftnot, Knöchel-Ödeme und Müdigkeit) gekennzeichnet, die von bestimmten Krankheitsanzeichen (z. B. gestaute Halsvenen, Rasselgeräusche über die Lunge oder schneller unregelmäßiger Herzrhythmus) begleitet werden können. Ursache sind Herzerkrankungen (kardiale Strukturdefekte) und/oder Funktionsstörungen, die zu einer verringerten Auswurfleistung des Herzens und/oder zu erhöhten intrakardialen Drücken in Ruhe oder unter Belastung führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Herzschwäche kurz und treffend als Syndrom der Luftnot und Erschöpfbarkeit, verbunden mit einer nachweisbaren Herzerkrankung. Symptome einer Herzinsuffizienz sind ebenso häufig beim allseits vergrößerten Herz wie auch bei normaler Herzgröße mit einer diastolischen Dysfunktion zu finden.

Im Krankheitsverlauf wird der Patient kurzatmig und schlapp - anfänglich nur unter körperlicher Anstrengung, später selbst in Ruhe. Die ersten Beschwerden treten kaum merkbar auf. Deswegen wird die Krankheit oft längere Zeit verschleppt - und befindet sich bei Diagnosestellung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. In Abhängigkeit vom Schweregrad stellen das fortschreitende Pumpversagen sowie der plötzliche Herztod (meist durch begleitende bösartige Herzrhythmusstörungen) die Hauptursachen für die hohe Sterblichkeit der herzinsuffizienten Patienten dar.

Eine Herzschwäche ist immer die Folge einer bestehenden Krankheit. In den meisten Fällen entsteht sie aufgrund eines unbehandelten Bluthochdrucks oder einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels (koronare Herzkrankheit).

Die chronische Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Inneren Medizin. Nach Schätzungen des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz (www.knhi.de) leben in Deutschland derzeit mehr als 2 bis 3 Millionen Menschen mit Herzinsuffizienz unterschiedlicher Ausprägung. Das Vorkommen der Herzschwäche in Europa wird auf 1 bis 2% der Gesamtbevölkerung und auf rund 10% der über 75-Jährigen geschätzt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Häufigkeit in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Als Ursache wird in erster Linie die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung angenommen. Die Herzschwäche ist der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung bei Patienten über 75 Jahre.

Experte: Wissensch. Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Wolfram Delius, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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