Was ist Magenkrebs?

Bei Magenkrebs führen Veränderungen im Erbgut von Zellen der Magenschleimhaut dazu, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. Aus den so entstehenden Geschwülsten (Tumoren) können sich kranke Zellen ablösen, andere Organe befallen und dort ebenfalls Krebs auslösen (Metastasen).

Die Tumore können aus unterschiedlichen Geweben entstehen, entsprechend gibt es verschiedene Krebstypen. In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich bei Magenkrebs um so genannte Adenokarzinome, die sich aus Drüsengewebe der Magenwand entwickeln. Andere Tumorarten wie zum Beispiel Lymphome oder Sarkome des Magens kommen dagegen sehr selten vor. Häufig befindet sich der Krebs in dem Bereich des Magens, in dem die Speiseröhre in den Magen übergeht.

Vom eigentlichen Magenkrebs wird das so genannte primäre Lymphom des Magens unterschieden. Dieser meist langsam wachsende Tumor entwickelt sich aus dem Lymphgewebe der Magenschleimhaut und bleibt lange Zeit auf den Magen beschränkt. Erst in späteren Stadien werden Lymphknoten außerhalb des Magens oder andere Organe befallen. Magenlymphome können durch das Magenbakterium Helicobacter pylori hervorgerufen werden und können deshalb auch mit Antibiotika behandelt werden. Sie machen etwa 5% aller bösartigen Tumore des Magens aus.

Wie Magenkrebs entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die die Krebsentstehung begünstigen. Dazu zählen unter anderem Infektionen mit Helicobacter pylori, verschiedene Nahrungs- und Umweltfaktoren sowie eine erbliche Veranlagung.

Magenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen: Von den jährlich knapp 220.000 Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland erkranken rund 11.000 Männer und 8.000 Frauen an Magenkrebs (Stand: 2002). Die Erkrankung ist damit die 5. häufigste Krebserkrankung unter Männern in Deutschland bzw. die 6.-häufigste unter Frauen. Jedes Jahr sterben ungefähr 14.000 Menschen an dem bösartigen Tumorleiden.

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