Venenthrombose: Auswirkungen & Komplikationen

Nach einer überstandenen Thrombose bleibt in den meisten Fällen eine teilweise oder auch gänzlich verschlossene Vene zurück, die zu einem Blutrückstau in der betroffenen Extremität führt. Der erhöhte Venendruck kann im Laufe der Jahre zur Ausbildung von Krampfadern, zu chronischen Schwellungen, zu Hautveränderungen am Unterschenkel (bräunliche Verfärbung) und letztlich auch zur Ausbildung eines Geschwürs im Knöchelbereich (Ulcus cruris) führen. Diese Folgezustände werden als postthrombotisches Syndrom bezeichnet.

Eine solche Entwicklung ist auch möglich, wenn ein Gerinnsel über die Jahre langsam vom Körper abgebaut wird, und wenn bei diesem Prozess dann die zarten Venenklappen in der betroffenen Vene zerstört werden. Dann fließt zwar das Blut im Liegen ungestört zum Herzen zurück, im Stehen sackt das Blut aber umgehend wieder in das Bein hinab, und je nach Ausmaß der Venenklappenschädigung schwillt die betroffene Extremität tagsüber immer deutlich an (Ödem). Diese Form der chronischen Venenstauung kann letztlich ebenso wie ein konstanter Verschluss der tiefen Venen zu dem oben schon beschriebenen Bild eines „postthrombotischen Syndroms“ führen.

An dieser Stelle sei aber betont, dass sich eine solch ungute Entwicklung so gut wie immer durch eine regelmäßige, fachgerechte ärztliche Betreuung verhindern oder zumindest abmildern lässt.
Die gefährlichste Komplikation einer tiefen Venenthrombose ist eine Lungenembolie: Dabei löst sich ein Thrombus von der Gefäßwand ab und wird mit dem Blutstrom durch das Herz in die Lunge fortgeschwemmt. Dies kann zu einer plötzlichen Überlastung des Herzens mit der Gefahr eines Herzstillstandes führen. Während kleinere Lungenembolien meist unbemerkt verlaufen, führen größere oft zum sofortigen Tod.

Anzeichen einer Lungenembolie können sein:

  • Atemnot
  • Blutdruckabfall
  • Herzrasen
  • Schmerzen im Brustbereich
  • Angstzustände,
  • Husten (evtl. Bluthusten)
  • Schockzustand
  • Fieber


Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 21.08.2017

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