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Fibromyalgie

Anzeichen & Symptome


Fibromyalgie-Patienten leiden unter einer Reihe unterschiedlichster Beschwerden, die auch für viele andere Erkrankungen typisch sind. Die Erkrankung ist deshalb schwer zu erkennen. Es sind weit über 100 verschiedene Krankheitszeichen bekannt, die in Kombination ganz individuelle Krankheitsbilder ergeben. Gemeinsam ist allen Krankheitsbildern jedoch das Auftreten allgemeiner Muskelschmerzen und tastbarer Schmerzpunkte.

Permanente Bindegewebsschmerzen in verschiedenen Körperregionen, ähnlich wie die allgemeinen Muskelschmerzen zu Beginn einer Grippe, sind ein charakteristisches Krankheitszeichen der Fibromyalgie. Leidet ein Patient an Dauer- und Ruheschmerz in mindestens 3 Körperregionen über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten mit schmerzhaften Druckpunkten an bestimmten Muskel-Sehnenübergängen, so kann dies auf eine Fibromyalgie hindeuten.

Die Schmerzen werden von den Betroffenen individuell unterschiedlich empfunden und als „brennend", „schneidend", „dumpf" oder „bohrend" beschrieben. Häufig werden die Schmerzen als extrem wahrgenommen und es werden nicht selten von den Betroffenen drastische Vergleiche  gewählt wie: „ von einem Messer durchbohrt" oder „ von tausend Nadeln gestochen". Sie betreffen nicht die Gelenke selbst, treten aber in der Regel in der Nähe von Gelenken auf. Bei den immer wieder wechselnd schmerzenden Körperteilen stehen vor allem Rücken, Arme, Beine und Bauch im Vordergrund, oftmals schmerzen auch mehrere Bereiche gleichzeitig.

Außerdem ist die Schmerzempfindlichkeit an präzise lokalisierten Druckpunkten, so genannten „Tender Points", erhöht. Diese Druckpunkte stellen meist Muskel-Sehnen-Ansätze dar und befinden sich an u.a. an Nacken, Schulter, Hüften und Rücken. Diese „Tender Points" spielen eine herausragende Rolle in der Diagnostik. Den Kriterien der Amerikanischen Gesellschaft für Rheumatologie (ACR) zufolge kann man dann von einer Fibromyalgie sprechen, wenn Druckschmerzen in Kombination mit mindestens 11 der 18 „Tender Points" auftreten.

Die Patienten klagen zudem vermehrt über eine morgendliche Gelenksteifigkeit und angeschwollene Fingergelenke. Manchmal treten Schwellungen oder Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) auch an den Augen auf.

Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung sind mögliche Anzeichen der FibromyalgieAllgemeine Symptome sind vor allem Schlafstörungen, Müdigkeit, Erschöpfung und Depressionen. Patienten mit Fibromyalgie schlafen meist schlecht, wachen nachts häufig wegen der Schmerzen auf  und fühlen sich am Morgen wie „gerädert". Oft klagen die Patienten über Konzentrationsstörungen, Benommenheit und Kurzzeitgedächtnisprobleme sowie über ein Gefühl, „im Nebel zu stehen" („fibro fog"). Mehr als die Hälfte der Fibromyalgie-Patienten leidet unter ausgeprägten Spannungskopfschmerz. Dieser zieht typischerweise vom Nacken kommend über den Kopf nach vorne. Manchmal sind auch die Augen- und Schläfenpartie betroffen.

Eine allgemeine Reizbarkeit der Nerven kann auftreten. Sie äußert sich in einer Überempfindlichkeit der Haut, des Geruchs und einer erhöhten Empfindsamkeit gegenüber Lärm. Bei vielen Fibromyalgie-Patienten fällt eine erhöhte Kälteempfindlichkeit und Allergieneigung auf. Magen- und Darmbeschwerden äußern sich in Oberbauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen sowie abwechselnd Durchfall oder Verstopfung. Ebenfalls häufig in dieser Patientengruppe vertreten ist das Karpaltunnel-Syndrom. Es handelt sich hierbei um die Einengung des Nervus medianus im Bereich des Handgelenkes. Als Konsequenz tritt nachts, insbesondere am frühen Morgen, Kribbeln im Bereich der Hand auf, sowie manchmal heftige Schmerzen im gesamten Arm. Frauen leiden besonders während der Periode, aber auch oft unabhängig davon, unter starken Regel- oder Unterleibsschmerzen.

Zusammenfassung der am häufigsten auftretenden Krankheitszeichen:

  • Gelenknahe Schmerzen fast immer an der Wirbelsäule, oft an Schultern, Ellbogen, Händen Knien, Sprunggelenken
  • Schmerzhafte Muskelverspannungen, z. B. am Hinterkopf, Brustbein, Gesichts- oder Kiefermuskulatur, Spannungskopfschmerzen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Magen-Darm-Beschwerden, Darmträgheit
  • Ödeme
  • Menstruationsschmerzen
  • Herzjagen
  • Atemnot
  • Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen
  • Vermehrte Kälteempfindlichkeit
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Seelische Verstimmungen, Angstgefühle
  • Depressionen

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