Fibromyalgiesyndrom: Untersuchung & Diagnose

Da die FMS keine beobachtbaren organischen Veränderungen hervorruft, lässt sie sich vor allem dadurch erkennen, dass andere Erkrankungen ausgeschlossen werden (Ausschlussdiagnostik). Dazu wird der Arzt den Patienten ausführlich nach seiner Krankheitsgeschichte und seinen Symptomen befragen und vor allem eine Blutuntersuchung vornehmen.

Bei typischem Beschwerdekomplex und fehlendem klinischem Hinweis auf internistische, orthopädische oder neurologische Erkrankungen (Anamnese und klinische Untersuchung ohne Hinweis auf andere Erkrankungen als Ursachen von Schmerzen und Müdigkeit, unauffälliges Basislabor) wird dagegen empfohlen, keine weitere technische Diagnostik (weiterführendes Labor, Neurophysiologie, Bildgebung) durchzuführen. Röntgen- und Blutuntersuchungen, Gelenkultraschall (Gelenksonografie) und Kernspintomografie ergeben nämlich in der Regel keine Auffälligkeiten, es sei denn, ein sekundäres FMS besteht (z.B. bei einem Systemischen Lupus erythematodes etc.).

Dagegen wird im Falle der Erstevaluation eines chronischen Schmerzes in mehreren Körperregionen ein Screening auf eine vermehrte seelische Symptombelastung (Angst und Depression) empfohlen.

Die klinische Diagnose des FMS kann nach den ACR-1990-Klassifikationskriterien oder den vorläufigen, modifizierten ACR-2010-Kriterien gestellt werden. Zur Überprüfung der Schmerzhaftigkeit der „Tender Points“ im Rahmen der ACR-1990-Kriterien drückt der Arzt mit einer Kraft von etwa 4 Kilogramm auf den Punkt und wenn mindestens 11 der 18 „Tender Points" druckempfindlich sind, kann die Diagnose FMS gestellt werden. Die klinische Diagnose beruht jedoch vor allem auf der Anamnese eines typischen Symptomkomplexes, klinischer Untersuchung und dem Ausschluss körperlicher Erkrankungen, welche diesen Symptomkomplex ausreichend erklären können.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. Christoph Baerwald, Leipzig

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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