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Blutbild - Erklärung

Rheumafaktor


Warum wird der Rheumafaktor gemessen?

Der Rheumafaktor (RF) ist ein Antikörper gegen das körpereigene Immunglobulin G. Er selbst gehört zu den Immunglobulinen IgM, IgG, IgA oder IgE. Der Rheumafaktor ist Teil der Rheuma-Diagnose: Bei etwa der Hälfte der Patienten mit rheumatoider Arthritis ist er positiv. Er kann aber auch bei anderen Erkrankungen des Muskel- oder Skelettsystems erhöht sein.

Nicht jeder mit hohem Rheumafaktor im Blut, leidet jedoch tatsächlich an Rheuma. Der Wert kann auch ohne Rheuma erhöht sein bzw. manche Rheumatiker haben normale Werte. Er ist bei etwa 5% der gesunden Menschen unter 50 Jahren sowie bei bis zu 15% und 10% der 70-jährigen Frauen bzw. Männer positiv.

 

Welchen Rheumafaktor sollten Männer aufweisen?

Untergrenze: –
Obergrenze: 10 bzw. 20 Internationale Einheiten pro Milliliter (International Units pro Milliliter, IU/ml), je nach Messmethode

 

Welchen Rheumafaktor sollten Frauen aufweisen?

Untergrenze: –
Obergrenze: 10 bzw. 20 Internationale Einheiten pro Milliliter (International Units pro Milliliter, IU/ml), je nach Messmethode

 

Was bedeuten zu niedrige Werte?

Zu niedrige Rheumafaktor-Werte haben keine medizinische Bedeutung.

 

Was bedeuten zu hohe Werte?

Zu hohe Rheumafaktor-Werte können auf eine rheumatoide Arthritis, systemischen Lupus erythematodes sowie weitere rheumatoide Erankungen hindeuten, z.B. Mischkollagenosen, Sklerodermie, Sicca-Syndrom, essentielle oder ein Sjögren-Syndrom. Auch bei einer Gefäßentzündung (Kryoglobulinämie), Leberzirrhose oder einer chronische Leberentzündungen (Hepatitis) kann der Rheumafaktor erhöht sein.

Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Erkrankungen, die den Rheumafaktor erhöhen, ohne dass eine rheumatoide Erkrankung vorliegt (falsch positive Werte):
Dies kann der Fall sein bei nichtrheumatischen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), Tuberkulose, Salmonellose, Syphilis, akuten Virus- oder Parasiteninfektionen. Auch bei einer übermäßigen Bildung von Immunglobulinen (Hypergammaglobulinämie), bösartigen Tumoren sowie nach Bestrahlung oder Chemotherapie kann der Rheumafaktor erhöht sein. 

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