08.12.2013

Alle chronisch Kranken sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Bei Patienten mit einer chronischen Erkrankung kann durch den Grippe-Impfschutz die Häufigkeit von ernsthaften Komplikationen erheblich verringert werden. Darauf macht der BDI aufmerksam.

Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung ist - unabhängig von ihrem Alter - grundsätzlich eine alljährliche Grippe-Impfung anzuraten. Das empfiehlt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Gerade bei diesen Patienten wird durch den Impfschutz die Häufigkeit von ernsthaften Komplikationen erheblich verringert, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen und unter Umständen tödlich enden können", betont Dr. Peter Walger, Leitender Arzt für Intensivmedizin und Infektiologie am Johanniter-Krankenhaus in Bonn. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin empfiehlt die Influenza-Schutzimpfung neben älteren Menschen ab 60 Jahren und allen Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind bzw. mit umfangreichem Publikumsverkehr zu tun haben, ausdrücklich auch Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines chronischen Grundleidens. „Dazu gehören neben chronischen Lungenkrankheiten (wie Asthma bronchiale oder COPD), Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, verschiedene Stoffwechselkrankheiten und Störungen des Immunsystems", erklärt Dr. Walger.

Bei geschwächter Immunabwehr haben weitere Erreger leichtes Spiel

Bei chronisch Kranken kann es auf Grund ihrer geschwächten Immunabwehr im Verlauf einer Grippe-Erkrankung zusätzlich zu Lungen-, Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen kommen, die lebensbedrohlich sind. „Das Immunsystem von Risikopatienten ist mit der Abwehr der Grippeviren meist derart überfordert, dass auch andere Erreger - wie z.B. Bakterien - ein leichtes Spiel haben, den Körper zusätzlich zu infizieren und zu schädigen", erläutert Walger. „Auf solche bakteriellen Sekundärinfektionen - und nicht auf die Influenzaviren selbst - sind auch die meisten Todesfälle durch die saisonale Grippe zurückzuführen. Gerade jüngeren Betroffenen ist allerdings offenbar gar nicht bewusst, dass sie auf Grund ihrer chronischen Erkrankung bei einer Ansteckung mit Grippe etwa genauso stark gefährdet sind wie die über 60-Jährigen. Zumindest deuten die niedrigen Impfquoten in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen daraufhin, dass viele der Jüngeren auch bei einer chronischen Erkrankung nicht gegen Grippe geimpft sind. Daher raten wir im Hinblick auf die kommende Grippe-Saison allen Risikopatienten unabhängig von ihrem Alter, sich frühzeitig gegen Influenza impfen zu lassen." Der Impfschutz tritt etwa zehn Tage nach der Impfung ein und kann lebensbedrohliche Komplikationen effektiv verhindern. Davon würden auch die bisher eher impfmüden, weil offenbar unwissenden, jüngeren Risikopatienten unbedingt profitieren. 

Fragen rund um das Thema Impfen und Impfschutz können auf www.impfenimdialog.de an Experten gestellt werden, die sie online beantworten.

Quelle: äin-red

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