08.12.2014
Auch eine bewusste Ernährung kann zur Beschwerdelinderung beitragen
Patienten mit Rheumatoider Arthritis sollten Nahrungsmittel mit ungesättigten Fettsäuren bevorzugen, da diese entzündungshemmende Substanzen enthalten. Dazu raten die Rheumatologen vom BDRh.
Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) sollten Nahrungsmittel bevorzugen, die entzündungshemmende Substanzen enthalten. Dazu gehören u.a. Fischöl, Soja-, Weizen-, Walnuss- und Rapsöl. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam. „Der Einfluss bestimmter Fettsäuren auf den Verlauf chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie RA ist zunehmend belegt", erläutert Dr. Jörg Wendler vom BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen. Entzündungshemmende Bestandteile sind z.B. die Eicosapentaensäure (EPA), die Alpha-1-Linolensäure (ALA) oder die Gamma-Linolensäure (GLA). Diese ungesättigten Fettsäuren greifen in die Bildung von Prostaglandinen ein - das sind Gewebshormone, die zur Entstehung von Schmerz und Entzündung beitragen und auch eine Rolle bei der Blutgerinnung und vielen weiteren Stoffwechselprozessen spielen. Auf diese Weise können sie in die Regulation der Entzündung bei rheumatoider Arthritis eingreifen und mithelfen, die Entzündungsfolgen auch für die Gelenke zu verringern. Demgegenüber enthalten Fleisch und fettreiche Milchprodukte gesättigte Fettsäuren, die entzündungsfördernd sind - und deshalb von RA-Patienten weitestgehend gemieden werden sollten.
Auf das richtige Verhältnis der Fettsäuren zueinander kommt es an
Vorwiegend in tierischen Lebensmitteln - insbesondere in rotem Fleisch und Innereien -, ist die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (AA) enthalten. Sie wird im Organismus mithilfe von Enzymen (Cyclooxygenasen) zu entzündungsfördernden Substanzen (proinflammatorischen Gewebshormonen der Prostaglandin-2-Serie) umgebaut. „Ausschlaggebend ist dabei nicht die zugeführte Menge an sich, sondern das Verhältnis zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Fettsäuren", erklärt Dr. Wendler. Vorläufer der entzündungshemmenden Substanzen (der anti-inflammatorischen Prostaglandin-3-Serie) ist die Eicosapentaensäure (EPA, eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure), die vor allem in fettreichem Fisch vorkommt, aber auch mit der Nahrung in Form von Alpha-1-Linolensäure (ALA, eine dreifach ungesättigte Omega-3-Fettsäure) oder Leinöl (aus Leinsamen, reich an Omega-3-Fettsäuren und besteht mehr als 50 % aus ALA) zugeführt werden kann. Auch andere Pflanzenöle wie Walnuss- oder Rapsöl enthalten Omega-3-Fettsäuren, wenn auch zu einem geringeren Anteil als Leinöl. „Jedenfalls konkurrieren beide Fettsäuren - AA und EPA - um dieselben Enzyme, die am Auf- bzw. Abbau der Prostaglandine beteiligt sind. Ein hohes Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren zum AA-Gehalt beansprucht mehr Enzyme für die Bildung von entzündungshemmenden Substanzen und entzieht sie so der Produktion von entzündungsfördernden Prostaglandinen. Deshalb sollten RA-Patienten bei der Ernährung möglichst viel Omega-3-Fettsäuren und wenig Arachidonsäure anstreben - also eine Ernährung bevorzugen, deren Fettanteil hauptsächlich aus Pflanzen und fettreichem Seefisch stammt", rät Dr. Wendler. „Das Konzept einer Omega-3-Fettsäure-reichen und AA-armen Ernährung, vor allem in der Kombination mit Fischöl, kann Patienten mit RA zur Unterstützung der entzündungshemmenden medikamentösen Therapie durchaus empfohlen werden."
Quelle: äin-red
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