13.01.2009

Behandlung von Hepatitis B

Eine Behandlung kann tödliche Leberschäden durch eine Zirrhose oder Leberkrebs verhindern...

Obwohl es mittlerweile eine wirksame Impfung gibt, sind etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland chronisch - d.h. länger als 6 Monate - mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Ob eine Behandlung einer Hepatitis B sinnvoll ist, hängt nach Auskunft von Experten nicht nur von der Konzentration der Viren im Blut ab (Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008, 133: Seite 1589). Entscheidend ist demnach das Risiko, ob langfristig eine Vernarbung der Leber, eine Leberzirrhose, droht. Darüber hinaus sind auch Alkohol, eventuell vorliegende Fettstoffwechselstörungen sowie Alter und Geschlecht von Bedeutung.

Neben der Virusmenge ist die Gefahr einer schweren Leberschädigung ausschlaggebend für eine Entscheidung zur Therapie. Da die Therapie langwierig ist, müssen Ärzte jene Patienten finden, bei denen eine starke Virusvermehrung auf eine drohende Schädigung der Leber hinweist. Diese Patienten müssen rechtzeitig behandelt werden, wofür heute mehrere Medikamente zur Verfügung stehen.

Hepatitis B kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen

Bei einer Hepatitis B vermehrt sich zunächst das Bindegewebe in der Leber, es kommt zu einer so genannten Fibrose, aus der später eine Leberzirrhose entstehen kann. Eine chronische Hepatitis B geht in 20 bis 30% in eine Leberzirrhose über. Sie führt unbehandelt zu Leberkrebs oder durch Leberversagen zum Tod.

Durch die Überprüfung der Blutspenden und die Einführung der Impfung sind Neu-Infektionen mit Hepatitis-B-Viren in Deutschland seltener geworden. Zwei Drittel aller Patienten haben einen Migrationshintergrund. Diese Patienten haben sich in ihren Heimatländern, etwa Russland oder der Türkei infiziert, wo die Hepatitis B sehr viel stärker verbreitet ist als in Deutschland und häufig bereits bei der Geburt oder im Kleinkindalter erworben wird.