26.02.2018
Darmkrebs-Früherkennung kann Leben retten
Im Darmkrebsmonat März 2018 stellen Experten des Instituts für Mikroökologie verschiedene Vorsorgemaßnahmen vor - vor allem diverse Stuhltests als mögliche Alternative zur Darmspiegelung.
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland mit einer hohen Zahl an Todesfällen. Dabei ist Darmkrebs bei frühzeitiger Diagnose heilbar. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sind deshalb unerlässlich.
Erfreulicherweise erkranken seit einigen Jahren weniger Menschen an Darmkrebs als früher. Das ist auf eine höhere Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen. Dabei ist die sicherste Methode zum Darmkrebs-Nachweis die Koloskopie. In Deutschland besteht für gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren ein Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren. Dabei werden nicht nur kleinste Schleimhautveränderungen erkannt, es können auch Biopsien durchgeführt und Polypen entfernt werden, bevor sie sich zu einem Krebs entwickeln. Da allerdings immer mehr Menschen in jüngeren Jahren an Darmkrebs erkranken, ist es empfehlenswert, die Stuhltests bereits ab einem Alter von 45 Jahren einmal jährlich zu nutzen. Personen mit familiärer Vorbelastung sollten sogar noch früher damit beginnen.
Dennoch scheuen viele Menschen in Deutschland eine Darmspiegelung. Als Alternative bieten sich Stuhltests an: Versicherte haben ab 50 Jahren jährlich einen Anspruch auf einen Test, der verborgenes Blut im Stuhl nachweist. Seit 1. April 2017 bezahlen die Krankenkassen die zuverlässigeren immunologischen Tests, wie sie das Institut für Mikroökologie (MVZ) in Herborn anbietet. Sie reagieren spezifisch auf menschliches Hämoglobin – den roten Blutfarbstoff, den Blutungen im Darm freisetzen.
Ein weiterer Stuhltest kann auch Blut von Tumoren aus höheren Darmabschnitten erfassen. Er bestimmt die stabileren Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe, die nach längerer Darmpassage noch nachweisbar sind. Nicht nur Tumore, auch Polypen, fortgeschrittene Krebsvorstufen – die Adenome – und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen kann der Test recht zuverlässig aufspüren.
Bei positiven Ergebnissen der Stuhltests sollte unbedingt eine Darmspiegelung durchgeführt werden, um die Ursache der Blutungen zu erkennen.
Nichtblutende Polypen und Tumore lassen sich über einen Test auf den Tumormarker M2-Pyruvatkinase (M2-PK) aufdecken, den das MVZ ebenfalls anbietet. Pyruvatkinase ist ein wichtiges Enzym des Energiestoffwechsels, das in Krebszellen in einer charakteristischen Form vorkommt. Grenzwertige Ergebnisse und erhöhte Werte sollten ebenfalls durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
Quelle: Institut für Mikroökologie (MVZ)

