10.05.2007

Direkte Sonnenbestrahlung bei Lymphödemen vermeiden

Zu viel Wärme unterstützt bei Menschen mit einem Lymphödem die Ansammlung von Flüssigkeit im Körpergewebe. Die betroffenen Partien sollten daher nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden...

Patienten mit einem Lymphödem sollten die betroffenen Körperpartien vor der Sonne schützen. „Neben zu viel Wärme unterstützt auch zu enge Kleidung eine Flüssigkeitsansammlung im Körpergewebe, die zu unangenehmen und teilweise schmerzhaften Schwellungen führt", warnt Prof. Malte Ludwig, Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Lymphödeme treten meistens an Armen oder Beinen auf, aber auch an Achseln, Kopf, Hals und Leisten. Übergewicht sowie Akupunktur und Blutentnahmen am betroffenen Körperteil können sich ebenfalls negativ auswirken.

Die Lymphe ist ein wichtiger Teil des körpereigenen Abwehrsystems, da sie Krankheitserreger zu den Zellen des Immunsystems in den Lymphknoten transportiert. Bei einem Lymphödem kann sie in den Lymphgefäßen nicht mehr ungehindert abfließen und sammelt sich in den betroffenen Körperteilen außerhalb der Lymphgefäße. Das vorrangige Ziel bei der Behandlung ist es daher, den Abtransport der Lymphflüssigkeit zu verbessern. „Vor allem die manuelle Lymphdrainage hat sich hier bewährt", empfiehlt der Chefarzt an der Internen Klinik Dr. Argirov in Berg/Kempfenhausen am Starnberger See. „Durch kreisförmige Bewegungen von oben nach unten - d.h. die Massage sollte immer am Hals und Oberkörper beginnen, dann erst der Unterbauch und die Beine - wird dabei die Gewebsflüssigkeit in die Lymphgefäße verschoben und so das Gewebe entwässert. Die Lymphdrainage sollte nur von speziell geschulten Masseuren oder Physiotherapeuten mit einer entsprechenden Zusatzausbildung durchgeführt werden. Ein typisches Merkmal für eine korrekt durchgeführte Behandlung ist der Harndrang, den die Patienten danach verspüren", erläutert der Angiologe weiter. Nach der Entstauung folgt eine fachgerecht angelegte Kompressionsbehandlung mit Binden und Strümpfen, damit sich das Ödem nicht erneut bildet.

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