11.09.2011
Grippe: Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung sollten sich impfen lassen
Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI.
Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung ist - unabhängig von ihrem Alter - grundsätzlich eine alljährliche Grippe-Impfung anzuraten. Gerade bei diesen Patienten wird durch den Impfschutz die Häufigkeit von ernsthaften Komplikationen erheblich verringert, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen und unter Umständen tödlich enden können. „Neben älteren Menschen ab 60 Jahren und allen Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind bzw. mit umfangreichem Publikumsverkehr zu tun haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin eine Influenza-Schutzimpfung ausdrücklich auch Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines chronischen Grundleidens", berichtet Dr. Peter Walger, Internist am Universitätsklinikum Bonn und Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). „Dazu gehören neben chronischen Lungenkrankheiten (wie Asthma bronchiale oder COPD), Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, verschiedene Stoffwechselkrankheiten und Störungen des Immunsystems."
Bei geschwächter Immunabwehr haben weitere Erreger leichtes Spiel
Bei chronisch Kranken kann es auf Grund ihrer geschwächten Immunabwehr im Verlauf einer Grippe-Erkrankung zusätzlich zu Lungen-, Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen kommen, die lebensbedrohlich sind. „Das Immunsystem von Risikopatienten ist mit der Abwehr der Grippeviren meist derart überfordert, dass auch andere Erreger - wie z.B. Bakterien - ein leichtes Spiel haben, den Körper zusätzlich zu infizieren und zu schädigen", erläutert Walger. „Auf solche bakteriellen Sekundärinfektionen - und nicht auf die Influenzaviren selbst - sind auch die meisten Todesfälle durch die saisonale Grippe zurückzuführen. Gerade jüngeren Betroffenen ist allerdings offenbar gar nicht bewusst, dass sie auf Grund ihrer chronischen Erkrankung bei einer Ansteckung mit Grippe etwa genauso stark gefährdet sind wie die über 60-Jährigen. Zumindest deuten die niedrigen Impfquoten in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen daraufhin, dass viele der Jüngeren auch bei einer chronischen Erkrankung nicht gegen Grippe geimpft sind. Daher raten wir im Hinblick auf die kommende Grippe-Saison allen Risikopatienten unabhängig von ihrem Alter, sich frühzeitig gegen Influenza impfen zu lassen." Der Impfschutz tritt etwa zehn Tage nach der Impfung ein und kann lebensbedrohliche Komplikationen effektiv verhindern. Davon würden auch die unwissenden, jüngeren Risikopatienten unbedingt profitieren.
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