24.07.2016
Hepatitis C ist heilbar!
Jedes Jahr sterben und 500.000 Menschen an Hepatitis C-bedingten Lebererkrankungen. Dabei ist Hepatitis C mittlerweile gut behandelbar und in mehr als 90 Prozent der Fälle sogar heilbar!
Im Gegensatz zu Hepatitis A oder B gibt es gegen Hepatitis C-Viren (HCV) keine Impfung. Bei HCV handelt es sich um besonders aggressive Virustypen. Daher gilt Hepatitis C als die gefährlichste unter den virusbedingten Leberinfektionen. Weltweit sind etwa 60 bis 105 Millionen Menschen mit HCV infiziert, in Deutschland 250.000 bis 500.000, davon mehr als die Hälfte ohne dies zu wissen. Nicht erkannte Infizierte bleiben unbehandelt und laufen dann Gefahr, infolge des schleichend fortschreitenden, chronischen Verlaufs der HCV-Infektion eine schwere Leber-Folgeerkrankung zu entwickeln - wie Leberzirrhose mit Verhärtungen des Lebergewebes und zunehmendem Funktionsausfall der Leberzellen, oder auch Leberkrebs, bei dem eine Lebertransplantation oft die einzige Überlebenschance bietet. So sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr rund 500.000 Menschen an HCV-bedingten Lebererkrankungen. Dabei ist Hepatitis C mittlerweile gut behandelbar und in mehr als 90 Prozent der Fälle sogar heilbar! Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich des Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli hin unter Berufung auf die Internetinformationsseite www.hepatitis-c-eliminieren.de.
Noch vor wenigen Jahren gab es für zwei Drittel der Patienten keine Heilungsmöglichkeit
„Dass eine Heilung von Hepatitis C heutzutage möglich ist, stellt einen Quantensprung in der Therapie von Hepatitis C-Infektionen dar, der Vielen wahrscheinlich gar nicht bewusst ist. Dabei waren noch vor wenigen Jahren die Behandlungsaussichten von Hepatitis-C-Patienten sehr schlecht, da nur rund 50 Prozent der HCV-Infizierten z.B. wegen Interferonunverträglichkeit überhaupt für eine Therapie in Frage kamen und diejenigen unter Behandlung dann nur mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit geheilt werden konnten. Das heißt: Noch vor wenigen Jahren gab es für mehr als die Hälfte der Hepatitis-C-Patienten keine Heilungsmöglichkeit", erklärt Dr. Dietrich Hüppe, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Hepatitis C-Registers und Hepatologe in der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Herne. Demgegenüber ist Hepatitis C heutzutage in über 90 Prozent der Fälle heilbar. Die neuen, direkt antiviral wirkenden Medikamente (abgekürzt DAA aus dem Englischen direct acting antivirals) greifen unmittelbar in die Vermehrung des HCV ein und können so schneller, häufiger und mit weniger Nebenwirkungen als die bisherigen Therapien mit Interferon eine dauerhafte Virenbefreiung (Elimination) erreichen.
Möglichst alle HCV-Infizierten zu finden, ist die Voraussetzung zur Elimination
„Die wahre Herausforderung, um Hepatitis C vollständig ausrotten zu können, besteht aber darin, möglichst alle chronisch infizierten Menschen zu finden, zumal diese unwissentlich auch andere mit dem Virus anstecken können. Eine gezieltere Befragung und Untersuchung von Patienten, die möglicherweise mit HCV infiziert sein könnten, ist daher ein wichtiger Schlüssel zur Eliminierung der Hepatitis C", betont Dr. Hüppe. Das Virus kann über Blut und sexuell übertragen werden, insofern sind i.v.-Drogenkonsumenten, Empfänger von Blut oder Blutprodukten, Dialyse-Patienten und Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, besonders infektionsgefährdet. Aber auch medizinisches Personal, das tagtäglich mit Injektionsnadeln umgeht, hat ein hohes Infektionsrisiko, außerdem Migranten aus so genannten Hochprävalenzländern (d.h. Ländern mit häufigen HCV-Infektionen wie z.B. Russland) sowie HIV-Positive, die sechsmal so häufig wie HIV-Negative mit HCV koinfiziert sind. Im Rahmen des „Check-Up35+" beim Hausarzt - einer Vorsorgeuntersuchung für Männer und Frauen ab 35 Jahren, die von den Krankenkassen alle zwei Jahre erstattet werden - sollten Hausärzte Angehörige von Risikogruppen gezielt nach möglichen Infektionsquellen in der Vergangenheit befragen und ihnen dann gegebenenfalls die Durchführung eines Bluttests anbieten. Auch andere bisher unentdeckte HCV-Infizierte, die nicht zu den Hochrisikogruppen gehören, können bei der Bestimmung ihrer Leberwerte im Rahmen des Check-Up35+ aufgrund auffälliger Werte entdeckt werden. Verdachtsfälle lassen sich dann durch eine einfache Laboruntersuchung (anti-HCV-Antikörper-Bluttest) abklären.
Quellen:
- WHO auf dem International Liver Congress in Barcelona 2016- Screening-Leitlinien der WHO, 2016- WHO, 2016: Confection with HIV and Hepatitis CQuelle: äin-red
Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.internisten-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Internisten-im-Netz verlinken.
