04.11.2020

Leber-Hotline für Patienten im November

Zwei kostenfreie Telefonaktionen, bei denen Leber-Experten die individuellen Anrufer-Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten, werden am 4. und 18. November angeboten.…

Im Rahmen des Deutschen Lebertages am 20.11. werden zwei kostenfreie Telefonaktionen angeboten, bei denen Leber-Experten die individuellen Anrufer-Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten. Am Mittwoch, 4. November 2020, und am Mittwoch, 18. November 2020, sind die Leber-Spezialisten jeweils von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar.

Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 20. Deutschen Lebertages - Gastro-Liga, Deutsche Leberhilfe e. V. und Deutsche Leberstiftung - dazu beitragen, dass das lebenswichtige Organ und seine Erkrankungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Sie weisen gleichzeitig darauf hin, dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und keine individuelle Diagnose ersetzen.

Folgende Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der ersten Lebertag-Telefonaktion am 4. November 2020 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

  • Dr. med. Julia Benckert, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Priv. Doz. Dr. med. Anton Gillessen, Herz-Jesu-Krankenhaus Münster
  • Prof. (apl.) Dr. med. Uta Merle, Universitätsklinikum Heidelberg

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der zweiten Lebertag-Telefonaktion am 18. November 2020 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

  • Dr. med. Michael Nagel, Johannes-Gutenberg-Universitätsmedizin Mainz
  • Prof. Dr. med. Elke Roeb, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
  • Prof. Dr. med. Siegbert Rossol M.Sc., Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am Main

„Vorbeugen ist besser als heilen“ lautet ein Sprichwort des Arztes Christoph Wilhelm Hufeland (1762 – 1836). Bereits damals betonte Hufeland die besondere Bedeutung der Prävention als Baustein in der Medizin. Sein Sprichwort ist noch immer aktuell – speziell bei Lebererkrankungen – und unter Berücksichtigung der heutigen diagnostischen Möglichkeiten könnte das Sprichwort auch abgewandelt werden in: „Früherkennung ermöglicht besseres Heilen“.

Weltweit stellen Lebererkrankungen eines der größten Gesundheitsprobleme dar und gehören zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise mindestens fünf Millionen Leberkranke. Die Ursachen für Lebererkrankungen sind vielfältig: Häufigste Ursache für eine Leberentzündung ist die Fettleber durch Übergewicht, Diabetes mellitus oder Alkohol, gefolgt von Virusinfektionen. Die Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte akute Leberentzündung. Abhängig vom Virustyp unterscheidet man derzeit Hepatitis A, B, C, D und E. Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass in Deutschland die Anzahl der gemeldeten Infektionen zu allen fünf Virustypen in den vergangenen Jahren angestiegen sind.

Alle Lebererkrankungen haben eine tückische Gemeinsamkeit: Die Leber ist – im Gegensatz zu anderen Organen – nahezu schmerzunempfindlich. Häufig verlaufen Lebererkrankungen über einen langen Zeitraum symptomarm und werden erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium entdeckt, wenn zum Beispiel bereits eine Zirrhose vorliegt, die im weiteren Verlauf auch Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) verursachen kann.

Mit dem Motto ‘Check-up für die Leber‘ unterstützen die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages die langjährige Forderung, in Deutschland Screening-Programme zu etablieren, die auf die Früherkennung von Lebererkrankungen abzielen. Dazu gehört die Forderung, anlässlich der Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene die Überprüfung der Blut-Leberwerte (beispielsweise GPT oder auch ALT genannt) vorzunehmen. Wenn der GPT-Wert erhöht ist, kann das auf verschiedene Lebererkrankungen hinweisen. „Die Gesundheitsuntersuchungen können von gesetzlich Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre in Anspruch genommen werden, enthalten aber aktuell nicht den GPT-Test“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Jeder erhöhte Leberwert muss dann hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt werden. Damit könnten viele Lebererkrankungen erkannt werden. Nur eine frühzeitige Diagnose und anschließende Behandlung nach aktuellen Standards optimiert die Behandlungschancen. Ein Beispiel erfolgreicher Behandlung von Lebererkrankungen sind die Therapieerfolge bei Hepatitis C. So ist es bereits zu einem starken Rückgang von Lebertransplantationen bei Hepatitis-C-bedingten Erkrankungen gekommen. Spender-Organe, die geheilte Hepatitis-C-Patienten nicht mehr benötigen, können jetzt Patienten mit schweren anderen Lebererkrankungen zur Verfügung stehen.“

Auch für die frühzeitige Entdeckung der Volkskrankheit nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease, NAFLD), der häufigsten Lebererkrankung in westlichen Ländern, fordern viele Mediziner ein Screening als Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung. Die Leber hat enorme Regenerationsfähigkeiten: Beispielsweise ist eine Fettleber in der Lage, sich vollständig zu erholen, wenn die Diagnose frühzeitig erfolgt, damit die Entstehungsursachen rechtzeitig ausgeschaltet werden können. Dann können auch eine Fettleberentzündung und eventuelle Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs vermieden werden.

Quelle: Gastro-Liga, Deutsche Leberhilfe e. V., Deutsche Leberstiftung

© Internisten-im-Netz

Impressum

Datenschutz

Bildquellen

Kontakt

Herausgeber

Berufsverband Deutscher Internisten e.V.