08.07.2008

Neue Krankheitserreger stammen meist von Tieren

Neuartige Krankheitserreger sind vor allem aus dem tropischen Afrika, Lateinamerika und Asien zu erwarten. Diese Regionen könnten deshalb der Geburtsort für neue Epidemien sein...

Britischen Wissenschaftlern zufolge gab es zwischen 1940 und 2004 insgesamt 335 Infektionskrankheiten, die sich epidemieartig ausgebreitet haben (Nature 2008, 451: Seite 990). Dazu zählen Medikamenten-resistente Tuberkulose, Chloroquin-resistente Malaria und HIV. Vor allem in den 80er Jahren kam es weltweit zu einem Anstieg der Epidemien: Fast 100 neue Krankheitserreger, darunter das HI-Virus, haben sich damals massiv ausgebreitet.

60% der Infektionskrankheiten stammen ursprünglich von Tieren, die meisten davon von Wildtieren. Zu den jüngsten Beispielen zählen das in Malaysia von Flughunden übertragene Nipah-Virus und das von Schleichkatzen übertragene Sars-Virus. Nach neuen Forschungen stammt das Sars-Virus ursprünglich offenbar von Fledermäusen. In China sind viele Fledermäuse mit Sars-ähnlichen Corona-Viren infiziert. Manche in Afrika verbreitete Fledermausarten wiederum können Ebola- oder Marburg-Viren in sich tragen.

Neue Infektionskrankheiten entstehen der Analyse nach vor allem in Regionen, in denen die Bevölkerung stark wächst und auf engem Raum lebt. Dadurch wird die Landwirtschaft intensiver, Handel und Reisen nehmen zu. Das begünstigt die Ausbreitung von Infektionen. In den westlichen Industrieländern wird das Vorkommen dieser Erkrankungen intensiv überwacht. In Zukunft müsste die Aufmerksamkeit dagegen mehr auf das tropische Afrika, Asien und Lateinamerika gerichtet werden, fordern die Autoren der Analyse. Denn dort gebe es derzeit das größte Bevölkerungswachstum. Außerdem leben in diesen Gebieten viele Menschen eng mit Nutztieren wie Geflügel zusammen - Bedingungen, unter denen leicht neue Infektionskrankheiten entstehen können.