18.05.2016
Rheuma kann auch die Lunge betreffen
Rheuma kann sich auch auf die Lunge auswirken: Bei etwa 40 Prozent der Rheumatiker muss mit einer Lungenbeteiligung gerechnet werden. Darauf weisen Experten des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin.
Die häufigste Todesursache von Rheumatikern sind Herz-Gefäß-Krankheiten. Neben dem Herzen kann bei Rheuma aber auch die Lunge betroffen sein: Bei etwa 40 Prozent der Rheuma-Patienten muss mit einer Lungenbeteiligung gerechnet werden. Darauf weisen Experten des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin. „Wenn sich die mit chronisch-entzündlichem Rheuma einhergehenden Entzündungsprozesse ausweiten, kann es auch zu Entzündungen des Lungengewebes, der Atemmuskulatur oder der Sehnenansätze sowie in selteneren Fällen des Lungen- und Rippenfells kommen", erläutert Dr. Silke Zinke, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und praktizierende Rheumatologin in Berlin. „Das kann zu einem zunehmend gestörten Austausch der Atemgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) und damit verbundenen Atemproblemen führen." Bei einer Entzündung der Blutgefäße, wie sie bei der Sklerodermie häufiger vorkommt, kann sich über Jahre hinweg auch ein Lungenhochdruck entwickeln.
„Atemnot - zunächst nur bei körperlicher Belastung, später auch im Ruhezustand - sollte ebenso wie das Auftreten von Husten und Schmerzen im Brustkorb an eine pulmonale Manifestation der Grunderkrankung denken lassen", betont Dr. Zinke. Auch Flüssigkeitsabsonderungen, die sich zwischen dem Lungen- und Rippenfell ansammeln, können starke Luftnot hervorrufen. Solch ein Pleuraerguss kann sonographisch oder im Röntgen leicht festgestellt werden. Dessen Zusammensetzung, die sich nach einer Punktion laborchemisch näher bestimmen lässt, kann ebenfalls Hinweise darauf geben, dass gegebenenfalls eine rheumatische Erkrankung als Ursache zugrunde liegt. „Betroffene Patienten sollten zur Behandlung am besten direkt an einen rheumatologische Facharztpraxis überwiesen werden", rät Frau Dr. Zinke.
Insbesondere bei Sklerodermie und Lupus erythematodes, im Prinzip aber auch bei anderen Kollagenosen und rheumatoider Arthritis, kann sich eine Lungenfibrose mit zunehmender Verhärtung und Vermehrung des Lungenbindegewebes entwickeln, was den Gasaustausch deutlich vermindert. „Hierfür existieren leider keine typischen Frühsymptome, dennoch könnte eine beginnende Vernarbung der Lunge (also eine Fibrose) durch Abhören des Brustkorbs mit einem Stethoskop bereits im Frühstadium erkannt werden", erklärt Dr. Zinke.
Quelle: äin-red
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