03.06.2012
Rheumatoide Arthritis erhöht auch das Risiko für Vorhofflimmern
Rheumatoide Arthritis erhöht das Risiko, eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern) zu entwickeln und in der Folge einen Schlaganfall zu erleiden. Das sollte beim Screening berücksichtigt werden.
Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) haben nicht nur ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, das sogar noch höher als das von Diabetikern oder Rauchern ist. Sie sind auch stärker gefährdet, eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern) zu entwickeln und in der Folge einen Schlaganfall zu erleiden. Deshalb sollte das jährliche Screening der Patienten nicht nur - wie bisher empfohlen - eine Überprüfung der traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren umfassen, sondern auch abklären, ob möglicherweise ein Vorhofflimmern vorliegt. Darauf machen die Rheumatologen vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen, bevölkerungsweiten Studie aus Dänemark, die mehr als 18.000 RA-Patienten mit einbezieht und im British Medical Journal (2012, Band 344, Seite e1257) veröffentlicht wurde.
Mit RA 40% mehr Vorhofflimmern und 30% mehr Schlaganfälle als ohne
In dieser Untersuchung hat sich herausgestellt, dass bei RA-Patienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung das Risiko für Vorhofflimmern um 40 Prozent erhöht ist und das für Schlaganfälle um 30 Prozent. Besonders ausgeprägt war das Risiko bei den unter 50-Jährigen: Diese erlitten mit RA etwa dreimal so häufig ein Vorhofflimmern oder einen Schlaganfall wie ohne RA.
Regelmäßige Untersuchung kann herzbedingte Todesfälle womöglich verhindern
RA ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die schon zu Krankheitsbeginn nachweisbare Veränderungen der Blutgefäße herbeiführt und somit das kardiovaskuläre Risiko der Patienten erhöht. „Dies gilt umso mehr, wenn die Krankheit bereits zehn oder mehr Jahre andauert und bestimmte Entzündungsmarker nachweisbar sind", erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis im bayerischen Bad Aibling. „Dass dabei auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen ansteigt, ist nachvollziehbar, zumal sowohl eine erhöhte Arteriensteifigkeit als auch eine Tendenz zu Herzschwäche etablierte Risikofaktoren für eine Herzrhythmusstörung darstellen. Umso wichtiger ist es, die Krankheitsaktivität der RA so weit wie möglich mithilfe von geeigneten Anti-Rheuma-Mitteln zu verringern. Denn auch der Gebrauch bestimmter Medikamente (Glukokortikoide und NSAR) kann Herzrhythmusstörungen begünstigen. Betroffene Patienten sollten sich daher regelmäßig auf mögliche Erkrankungen ihres Herzens untersuchen lassen. Nur wenn diese rechtzeitig behandelt werden, lassen sich herzbedingte Todesfälle womöglich verhindern. Freilich sind auch die bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren - wie Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht - unbedingt zu vermeiden."
