08.06.2011
Stark erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung durch Sklerodermie
Die Bindegewebskrankheit Sklerodermie (systemische Sklerose) ist einer aktuellen Studie aus China zufolge als unabhängiger Risikofaktor für Arteriosklerose anzusehen.
Sklerodermie (auch als systemische Sklerose bezeichnet) ist eine Bindegewebskrankheit, bei der das so genannte Raynaud-Syndrom[/glossar]], sowie sich verhärtende (sklerosierende) Hautveränderungen und narbige Veränderungen und Funktionseinschränkung von Organen (organische Fibrosen) auftreten können. Offenbar haben Patienten, die unter Sklerodermie leiden, außerdem ein stark erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus China (Arthritis & Rheumatism 2011, Band 63/5, Seite 1387-1395).
Wissenschaftler um Mo Yin Mok von der University of Hong Kong untersuchten 53 Sklerodermie-Patienten (mit unterschiedlicher Krankheitsaktivität hinsichtlich Antiphospholipid-Antikörper und CRP) im Vergleich zu 106 Gesunden und bewerteten deren Risiko für Arterienverkalkung (anhand Koronararterien Calcium-Scores) sowie kardiovaskuläre Risikofaktoren. Sie berichten, dass 57 Prozent der Sklerodermie-Patienten eine mittlere bis schwere Koronarverkalkung hatten (im Vergleich zu 29 Prozent bei den gesunden Kontrollpersonen). Trotzdem wiesen Patienten mit Sklerodermie deutlich niedrigere LDL- und HDL-Cholesterinwerte und einen geringeren Blutdruck auf als die gesunden Studienteilnehmer. Darüber hinaus litt etwa ein Drittel der Sklerodermie-Patienten an Untergewicht.
Insgesamt haben Sklerodermie-Patienten der Studie zufolge ein elf-fach erhöhtes Risiko für eine schwere Koronararterienverkalkung. Dabei fällt das Ausmaß der Arterienverkalkung umso schlimmer aus, je länger die Sklerodermie schon andauert. Nach Angaben der Wissenschaftler ist davon auszugehen, dass Sklerodermie einen unabhängigen Risikofaktor für eine Koronararterienverkalkung darstellt. Weitere Studien sollen nun erforschen, ob und wie sich das erhöhte Risiko bei Sklerodermie positiv beeinflussen oder sogar verlangsamen lässt.
Quelle: Deutesches Ärzteblatt
