01.06.2018
Zu wenig Organspender
Auf eine Nierentransplantation warten einige Patienten umsonst. Darauf weist die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) anlässlich des diesjährigen Tags der Organspende am 2. Juni hin.
Etwa 10 Prozent aller Dialysepatienten, also rund 8.000 Patienten, stehen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation in Deutschland. Die Wartezeit liegt durchschnittlich bei über sechs Jahren. Die Zahlen zur Organspende 2017 in Deutschland der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt verdeutlichen, dass nur für wenige Menschen eine Nierentransplantation als Alternative zur lebenslangen Dialyse in Erfüllung gehen kann.
Wurden vor 10 Jahren noch über 2.900 Nierentransplantationen durchgeführt, so sind es im Jahr 2017 nur noch 1.921 Nierentransplantationen gewesen, die dank postmortalen Organspende oder Nierenlebendspende realisiert werden konnten. Der prozentuale Anteil davon bei KfH-Patienten lag im Jahr 2017 bei 20 Prozent, also 474 Nierentransplantationen – im Jahr 2007 sind es 771 Nierentransplantationen gewesen.
Eine dramatische Situation für alle Patienten, die auf ein Leben mit neuer Niere hoffen. „Umso wichtiger ist der bundesweite Tag der Organspende am 2. Juni, damit das Thema stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt wird“, betont Prof. Dr. med. Dieter Bach, Vorstandvorsitzender des KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V., Neu-Isenburg. Er sehe jedoch – neben der Sensibilisierung der Bevölkerung – entscheidenden Handlungsbedarf auf politischer Ebene in Richtung der Krankenhäuser: Denn hier wird auf den Intensivstationen ein möglicher Organspender erkannt, mit den Angehörigen des Verstorbenen über die Zustimmung oder Ablehnung zur Organspende gesprochen und die Organentnahme durchgeführt. „Seit geraumer Zeit mangelt es an Ressourcen, damit die Krankenhäuser adäquat in die Lage versetzt werden, jede Möglichkeit der Organspende zu erkennen, zu prüfen und umzusetzen.“ Qualifiziertes Personal, Zeit und Geld sowie eine proaktive, positive Haltung zur Organspende seien aus seiner Sicht hier maßgebend zur Verbesserung der Situation der Patienten auf der Warteliste für eine Organtransplantation.
Der Tag der Organspende ist alljährlich am ersten Samstag im Juni. An diesem Tag finden vielfältige Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit bundesweit statt, um die Bevölkerung zu informieren und zu motivieren, sich mit der Frage der Organspende auseinandersetzen, eine Entscheidung zu treffen und diese im Organspendeausweis zu dokumentieren. Auch wird an diesem Tag besonders allen Menschen gedankt, die nach ihrem Tod mit ihrer Organspende Leben gerettet haben.
Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Zwar hat das KfH laut Transplantationsgesetz keine explizite Rolle und Aufgabe bei der Gemeinschaftsaufgabe Organspende, aber die Förderung der Organspende ist für den gemeinnützigen Verein immer schon ein großes Anliegen bzw. eine Verpflichtung gewesen. Bereits in den frühen Jahren der Gründung wurde ein Schwerpunkt der KfH-Arbeit auf die Unterstützung der Organspende bzw. Förderung der Nierentransplantation gelegt. 1984 gründete der Verein die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die seit nunmehr 18 Jahren eigenständig und die Koordinierungsstelle für Organspende in Deutschland ist.
Wer bereit ist, im Todesfall Organe zu spenden, sollte auch jenseits der 60 einen Spendeausweis bei sich tragen. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin. Es gebe keine Altersgrenze für Spender, sagt Prof. Friedhelm Beyersdorf, Ärztlicher Direktor des Universitäts-Herzzentrums Freiburg - Bad Krozingen.
Entscheidend sei der biologische Zustand des Spenderorgans. Für die Zuordnung zu einem Empfänger sind daneben auch die Blutgruppe, Körpergröße und das Gewicht wichtig.
Als Herzspender kommt lediglich nicht infrage, wer schon eine Bypass-, Herzklappen-OP oder den Einsatz von Herzkranzgefäßstützen - sogenannten Stents - hinter sich hat. Herzverpflanzungen von Spendern über 65 seien außerdem generell schwieriger. Hier müsse jedes Transplantationszentrum selbst über den Zustand des Organs befinden und dann entscheiden, ob es verwendet werden kann, sagt Beyersdorf.
Quelle: KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. &
Deutsche Herzstiftung

