Colitis ulcerosa: Komplikationen & Auswirkungen in Schwangerschaft & Jugend

Toxisches Megakolon

Bei einigen Patienten mit Colitis ulcerosa breitet sich die Entzündung auf die gesamte Darmwand aus. Der Darm kann dabei überdehnt werden und platzen. Die Entzündung kann so auf den gesamten Bauchraum übergreifen. Dieses so genannte toxisches Megakolon ist sehr gefährlich: Etwa 4% der Patienten sterben daran. Platzt der Darm, sterben sogar bis zu 20% der Betroffenen. Ein Patient mit einem toxischen Megakolon muss sofort in der Klinik behandelt und unter Umständen operiert werden.

Eine weitere schwere Komplikation sind Blutungen: Zu starken, lebensbedrohlichen Blutungen kommt es bei etwa 4,5% der Patienten. Diese können so stark sein, dass die Patienten sehr viel Blut verlieren und ohnmächtig werden. Sie brauchen unter Umständen Bluttransfusionen oder müssen operiert werden.

Darüber hinaus haben Menschen mit einer Colitis ulcerosa ein höheres Risiko als gesunde Menschen, Dickdarmkrebs zu bekommen. Dieser entwickelt sich meist 10-15 Jahre nach Ausbruch einer Colitis und wenn der gesamte Dickdarm befallen ist.

Schwanger mit Colitis ulcerosa

Die meisten Frauen mit einer Colitis ulcerosa können genauso gut schwanger werden wie gesunde Frauen. Nur Patientinnen, bei denen wegen einer schweren Colitis der gesamte Darm entfernt werden musste, können Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.

Aus Studien weiß man, dass Schwangere mit einer Colitis ulcerosa etwas häufiger Kinder mit Fehlbildungen gebären als Gesunde. Fehlbildungen scheinen häufiger aufzutreten, wenn die Frau zum Zeitpunkt der Empfängnis oder bei Beginn der Schwangerschaft einen akuten Colitis-Schub hatte. Wird eine Patientin mit Colitis ulcerosa schwanger, kann die Erkrankung während der Schwangerschaft schlimmer werden, bei einigen Frauen bessert sich die Colitis jedoch auch während der Schwangerschaft.

Kinder und Jugendliche mit Colitis ulcerosa

Die meisten Patienten sind zum Zeitpunkt des ersten Ausbruchs der Erkrankung zwischen 20 und 34 Jahren alt. Bei 15-40% der Patienten treten die ersten Beschwerden allerdings schon vor dem 20. Lebensjahr auf. Auch Säuglinge können eine Colitis ulcerosa bekommen. Bei Kindern und Jugendlichen ist meist der ganze Dickdarm entzündet.

Ein blutiger Durchfall kann bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten, durch Allergien oder angeborene Krankheiten wie Immundefekte ausgelöst werden. Der behandelnde Internist oder Gastroenterologe muss deshalb sorgfältig auch andere mögliche Ursachen für den Durchfall abklären, bevor er die Diagnose „Colitis ulcerosa" stellt.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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