Grippe: Ansteckung & Symptome

Wie steckt man sich an?

Für die saisonale Influenza ist der Mensch das einzige Reservoir und damit die einzige Infektionsquelle. Ansteckend sind vor allem Erkrankte während der ersten 4-5 Tage, da sie dann große Mengen von Viren aushusten. Bei Kindern, schwer Erkrankten und insbesondere bei stark Abwehrgeschwächten kann die Ausscheidung von Viren auch länger anhalten (bis zu 2 Wochen, in Einzelfällen mehrere Monate). Eine Ausscheidung ist auch schon 1-2 Tage vor Symptombeginn möglich.

Die Übertragung von Influenzaviren erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, die insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von

Kontaktpersonen gelangen können. Selbst beim normalen Atmen oder Sprechen können solche infektiöse Tröpfchen entstehen und länger in der Luft schweben. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch durch direkten Kontakt der Hände zu Oberflächen, die mit virushaltigen Sekreten kontaminiert sind, und anschließendem Hand-Mund-/Hand-Nasen-Kontakt möglich (z.B. durch Händeschütteln).

Symptome

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der ersten Krankheitsanzeichen, beträgt bei der Grippe meist nur ein bis zwei Tage. Typisch für eine Influenza ist der plötzliche Beginn der Erkrankung Die Hauptsymptome sind:

  • hohes Fieber bis zu 41°C, häufig mit Frösteln
  • trockener Husten und Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • schweres Krankheitsgefühl

Weitere häufige Symptome sind allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüche, Schnupfen und Augenschmerzen. In einigen Fällen können auch Schüttelfrost, Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit hinzukommen. Bei einem Teil der Patienten liegt auch eine Beteiligung des Magen-/Darmtrakts vor mit Übelkeit/Erbrechen und Durchfall. 

Allerdings können auch viele weitere, meist virale Atemwegserreger einige dieser Symptome verursachen. Gerade anfangs kann man die Grippe leicht mit einer Erkältung verwechseln, für die ebenfalls mehrheitlich Viren verantwortlich sind. Der Unterschied zwischen Influenza und Erkältung zeigt sich meist im Verlauf und in der Schwere der Erkrankung (siehe Unterschiede zwischen Grippe und Erkältung). Abhängig von einer vorbestehenden Immunität, vorliegenden Grunderkrankungen aber auch von der individuellen Konstitution erkranken nicht alle Influenza-Infizierten mit den typischen Symptomen. Als Faustregel kann gelten, dass es bei etwa einem Drittel der Infektionen zu einem hochfieberhaften, einem weiteren Drittel zu einem leichteren und dem letzten Drittel zu einem  Verlauf ohne Symptome kommt.

Das hohe Fieber dauert meist 3 bis 4 Tage. Ein erneuter Fieberanstieg kann auf den Beginn einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Superinfektion) der Atemwege hinweisen. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei 5 bis 7 Tagen, kann im Einzelfall jedoch auch deutlich länger sein, insbesondere bei Komplikationen und Risikofaktoren. Der quälende Reizhusten hält nicht selten über Wochen an. Einige Patienten leiden noch Wochen nach Abklingen einer Influenza an einer ausgeprägten allgemeinen Leistungsschwäche, Appetitlosigkeit und Unwohlsein bis hin zur Depression. Schwerwiegende Komplikationen treten zwar nur bei einem kleinen Teil aller Infizierten auf, in Anbetracht der meist sehr großen Zahl von Erkrankten während der jährlichen Grippesaison sind sie dennoch relativ häufig.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. Thomas Löscher, München

Literatur:
Lehnert R et al. Antivirale Arzneimittel bei saisonaler und pandemischer Influenza. Ein systematisches Review. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 799
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 11/2016
Salzberger B, Schmidt B: Neues zur Influenza. Dtsch med Wochenschr 2016; 141: 1451

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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