Was ist ein Herzinfarkt?

Seebeben vor KosDer Herzinfarkt (Fachbegriff: Myokardinfarkt) ist ein lebensbedrohliches Ereignis, verursacht durch einen plötzlichen, vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Schnelles Handeln ist beim akuten Herzinfarkt entscheidend: Denn verschließt eines der drei großen Herzkranzgefäße (Koronararterien), wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Gelingt es nicht, das Gefäß innerhalb kurzer Zeit wieder zu eröffnen, stirbt das Muskelgewebe, das von der Blutzufuhr abgeschnitten ist, ab. Das betroffene Gewebe wird als Infarkt bezeichnet. Je größer das verschlossene Gefäß, desto größer auch der Infarkt.

Das Risiko für einen plötzlichen Herztod ist bei akutem Herzinfarkt aufgrund einer möglichen, schweren Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern) besonders hoch. Auch kann bei einem großen Infarkt die Pumpleistung des Herzens so stark beeinträchtigt sein, dass der Kreislauf mehr oder weniger zusammenbricht; man spricht dann von einem kardiogenen Schockzustand. Daher gilt es, schon bei Verdacht auf einen Herzinfarkt keine Zeit zu verlieren und sofort den Notarzt zu rufen (Tel. 112)!!
Die Sterblichkeit an Herzinfarkt ist in Deutschland seit den letzten Jahren deutlich rückläufig. 1990 waren noch 85.625 Menschen an Herzinfarkt verstorben, 2013 dagegen nur 52.044. Nach wie vor ist die Sterblichkeit vor Erreichen eines Krankenhauses mit etwa 30% relativ hoch. Die Krankenhaussterblichkeit des akuten Herzinfarktes beträgt 7,9%. Die jährliche Gesamtsterblichkeit aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt in Deutschland bei insgesamt 340.000. Die koronare Herzkrankheit ist weltweit noch immer die häufigste Todesursache.

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem akuten Herzinfarkt mit dem typischen EKG Zeichen  einer angehobenen ST-Strecke (abgekürzt: STEMI-Infarkt) und dem Infarkt ohne das typische EKG-Zeichen einer angehobenen ST –Strecke (abgekürzt NSTEMI= Nicht-ST-Hebungsinfarkt). Davon abzugrenzen ist die instabile Angina pectoris, die sich mit ähnlicher Schmerzsymptomatik präsentiert und deshalb auch zum so genannten akuten Koronarsyndrom gerechnet wird.

Experte: Wissensch. Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Wolfram Delius, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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