Magen-/Darmgeschwür: Therapie

Magen- und Darmgeschwüre heilen manchmal ohne Behandlung innerhalb von 2-3 Monaten von alleine ab. Allerdings beträgt die Rückfallquote bei unbehandelten Patienten 40-80%. Moderne Medikamente können den Heilungsprozess auf 1-3 Wochen verkürzen und die hohe Rückfallrate senken.

Bei schwachen Beschwerden können dem Patienten Allgemeinmaßnahmen helfen. Dazu gehört eine magenfreundliche Kost aus milden, gut verträglichen Speisen. Außerdem sollten die Betroffenen auf Alkohol und Zigaretten verzichten und Kaffee nur in Maßen trinken. Ruhe und Entspannung können bei starken psychischen Belastungen ebenfalls die Beschwerden lindern.

Eine kurzzeitige Selbstbehandlung mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten aus der Apotheke kann ebenfalls von Nutzen sein. So genannte Antazida wirken säurehemmend und säurebindend und sind auf diese Weise in der Lage, die Schmerzen zu mildern.

Auch pflanzliche Heilmittel wie etwa eine Rollkur mit Kamillentee sowie auch andere Heilkräuteranwendungen (zum Beispiel aus Fenchel, Anis, Süßholzwurzelextrakt) helfen, die Schleimhaut zu beruhigen und Schmerzen zu lindern.

Wenn die Beschwerden mit dieser Behandlung nicht innerhalb einiger Tage verschwinden oder sich sogar verschlimmern, wird der Internist dem Patienten je nach Ursache des Geschwürs Medikamente zur Behandlung empfehlen. Diese sollen vor allem den Erreger Helicobacter pylori beseitigen und die Magensäure neutralisieren.

Infektion mit Helicobacter pylori

Findet der Internist bei einer Endoskopie das Bakterium Helicobacter pylori, kann er mehrere Medikamente zur Behandlung des Geschwürs miteinander kombinieren: Säureblocker zur Verringerung der Magensäure und Antibiotika, um Helicobacter pylori im Magen abzutöten.

Häufig setzt der Internist eine Dreifachkombination aus einem Säurehemmer und zwei verschiedenen Antibiotika ein. Protonenpumpenhemmer und Histamin-H2-Rezeptor-Blocker (H2-Blocker) sind die gebräuchlichsten Säurehemmer. Sie blockieren beide die Säureproduktion im Magen, Protonenpumpenhemmer sind jedoch wirksamer als H2-Blocker.

Die Medikamente müssen ungefähr 7-10 Tage eingenommen werden. Bei einem Magengeschwür sollten Patienten den Säurehemmer vier Wochen länger einnehmen, damit das Geschwür völlig abheilen kann. Den Erfolg der Antibiotikabehandlung kann der Internist mit einem speziellen Test, dem 13C-Harnstoff-Atemtest, überprüfen.

Nach einer solchen Behandlung verschwindet das Geschwür in den meisten Fällen. Bei einem Rückfall wird der Internist erneut Medikamente verabreichen. Rückfälle sind jedoch sehr selten.

Geschwür durch Medikamente

Wurde ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür durch Schmerzmittel, z. B. Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Rheumamedikamente (z. B. nichtsteroidale Antirheumatika) ausgelöst, ist es wichtig, diese Medikamente zunächst abzusetzen, damit die Magen- bzw. Zwölffingerdarmschleimhaut nicht mehr gereizt wird. Parallel dazu verabreicht der Arzt ein säurehemmendes Präparat, z. B. einen Protonenpumpenhemmer, um die Regeneration der Schleimhaut zu unterstützen. Im Allgemeinen heilen die Geschwüre unter dieser Therapie innerhalb von 1-2 Wochen ab.

Kann der Patient seine Schmerz- oder Rheumamedikamente nicht absetzen, muss er einen Säurehemmer dauerhaft einnehmen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Geschwür immer weiter fortschreitet und zu schweren Komplikationen führt.

Behandlung von Komplikationen

Bei starken Blutungen aus einem Magengeschwür muss der Patient strikte Bettruhe einhalten. Er erhält weiter Protonenpumpenhemmer sowie Bluttransfusionen, um den Blutverlust auszugleichen.

Außerdem versucht der Gastroenterologe, die Blutung möglichst schnell zu stillen und den Blutverlust gering zu halten. Dazu sucht er mit dem Endoskop den Ort der Blutung. Oft kann er das geschädigte Blutgefäß mit einem Stromstoß veröden oder mit einem speziellen Clip verschließen. In den seltenen Fällen, in denen das nicht möglich ist, muss der Patient operiert und das Blutgefäß zugenäht werden.

Magen- oder Darmdurchbrüche sind lebensbedrohlich und müssen sofort operiert werden. Auch bei einer Verengung des Magenausgangs hilft meist nur eine Operation.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
02/2016 S2k-Leitlinie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit: https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/helicobacter-pylori/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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