Magen-/Darmgeschwür: Auswirkungen & Komplikationen

Neben lang anhaltenden Beschwerden können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auch zu kurzfristigen, anfallartigen Komplikationen führen.

Blutungen

Bei jedem fünften Geschwür-Patienten kommt es zu Blutungen im Magen oder Zwölffingerdarm. Bei schwachen Blutungen klagt der Patient zunächst über Müdigkeit. Bei starken Blutungen sind die Krankheitszeichen schwerwiegender:

  • Schweißausbrüche
  • Erhöhter Puls
  • Erniedrigter Blutdruck
  • Erbrechen von Blut
  • Starker Durst
  • Schockzustand bei starkem Blutverlust

Ein weiteres typisches Zeichen ist ein schwarzer Mageninhalt oder Stuhl. Grund dafür ist, dass der rote Blutfarbstoff Hämoglobin bei Kontakt mit der Magensäure in Hämatin umgewandelt wird. Hämatin ist schwarz und gibt erbrochenem Mageninhalt das typische Aussehen von Kaffeesatz. Wird der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aus dem Darm ausgeschieden, erscheint er als so genannter Teerstuhl.

Allerdings kann auch Blut, das sich länger als acht Stunden im Darm befindet, den Stuhl schwarz färben. Der Patient sollte in diesem Fall sofort einen Gastroenterologen aufsuchen.

Magen- oder Darmdurchbruch

Die Patienten bekommen plötzlich heftige Schmerzen im Oberbauch, der Bauch ist extrem angespannt und wird dadurch bretthart. Oft erleiden die Patienten einen Schock.

Verengung des Magenausgangs

Wiederholt auftretende Geschwüre am Magenausgang führen zu Narben in der Darmwand, die den Magenausgang immer weiter verengen können. Der Mageninhalt kann dadurch nicht mehr in den Darm weitertransportiert werden und wird stattdessen erbrochen. Dadurch wird der Wasser- und Salzhaushalt des Körpers gestört, was zu plötzlichem Gewichtsverlust führen kann.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
02/2016 S2k-Leitlinie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit: https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/helicobacter-pylori/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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