Typ-2-Diabetes: Auswirkungen

Bei Diabetes sind die Glukosewerte im Blut zeitweise oder dauerhaft erhöht (Hyperglykämie). Der hohe Zuckergehalt schädigt die kleinen und großen Blutgefäße (Mikro- und Makroangiopathie) und die Nerven. Folgeschäden treten insbesondere bei längerfristig unbehandeltem oder schlecht eingestelltem Diabetes auf, dazu zählen z. B.:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetischer Fuß
  • Diabetische Augenerkrankungen
  • Diabetische Nierenerkrankungen
  • Nervenstörungen

Typ-2-Diabetiker haben ein höheres Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken. Sie verläuft bei ihnen meist schneller und schwerwiegender als bei Nichtdiabetikern. Die Schädigung kleiner Blutgefäße (diabetische Mikroangiopathie) und großer Gefäße (diabetische Makroangiopathie) führt im gesamten Organismus zu einer Verschlechterung der Durchblutung.

Davon sind auch die Blutgefäße des Herzens (Herzkranzgefäße) und die großen Schlagadern, wie z.B. die Halsschlagadern, betroffen. Als Folge erleiden Diabetes-Patienten öfter einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Auch eine koronare Herzkrankheit oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit kommt bei ihnen häufiger vor.

Diabetischer Fuß

Beim diabetischen Fuß können schon kleine Verletzungen oder Druckstellen Infektionen auslösen. Diabetesbedingte Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen sind die Ursache dieser schlechten Wundheilung. Von den Wunden können Infektionen ausgehen, die sich manchmal auch mit Antibiotika nicht eindämmen lassen. Außerdem wird das Gewebe der infizierten Wunden häufig zerstört. Manchmal bleibt nur die Amputation als Behandlungsmöglichkeit.

Diabetische Augenerkrankungen (diabetische Retinopathie)

Netzhauterkrankungen und andere Augenerkrankungen (z. B. Grüner und Grauer Star, Verdickungen und Schwellungen der Macula, dem Fleck des stärksten Sehens) treten bei einem Drittel aller Diabetes-Patienten innerhalb der ersten 15 Jahre der Erkrankung auf. Kleine Aussackungen oder fettartige Ablagerungen an kleinen Blutgefäßen der Netzhaut des Auges (diabetische Retinopathie) verursachen meist wenige Beschwerden. Bildet die Netzhaut jedoch neue Blutgefäße, kann dies bis hin zur Erblindung führen, wenn aus ihnen Blut ins Augeninnere austritt. Ein zu hoher Blutdruck, aber auch Rauchen verschlechtern den Verlauf der Netzhautschädigung.

Diabetische Nierenerkrankungen (diabetische Nephropathie)

Diabetesbedingte Schädigungen der kleinen Blutgefäße können auch zu Nierenschäden führen. Auch hier beschleunigt hoher Blutdruck die Entwicklung der Erkrankung. Erstes Zeichen ist die Ausscheidung von Eiweiß im Urin (Mikroalbuminurie) und eine Abnahme der Nierenfunktion. Auch Verengungen der Blutgefäße, die zur Niere führen kommen vor und können zum nierenbedingten Bluthochdruck führen. Mögliche Folgen der diabetischen Nierenschädigung sind Fettstoffwechselstörungen, Ödeme und Blutarmut bis hin zum chronischen Nierenversagen. Auch Harnwegsinfekte kommen bei Diabetes-Patienten häufiger vor. Vor allem Frauen sind hiervon betroffen.

Nervenstörungen (diabetische Polyneuropathie)

Diabetische Nervenstörungen sind Schäden, die sich meist zuerst an Fuß und Unterschenkel (diabetischer Fuß) als Störung der Empfindungsfähigkeit (Sensibilitätsstörung) zeigen. Sie sind meist mit einer gesteigerten Schmerzwahrnehmung (Hyperalgesie) verbunden. Bei der so genannten peripheren Neuropathie leiden die Patienten vor allem unter Schmerzen, Taubheitsgefühl und Muskelschwäche bis hin zur Muskellähmung. Betrifft die Nervenschädigung auch das vegetative Nervensystem (autonome Neuropathie) kann es zu weiteren Symptomen kommen. Dazu gehören:

  • Herzrasen, verringerte Schmerzempfindlichkeit (stummer Herzinfarkt)
  • niedriger Blutdruck
  • Störung der Darmbewegungen, Verstopfung und das Unvermögen, den Stuhlgang zu kontrollieren
  • Störungen der Magenentleerung, Übelkeit, Erbrechen
  • Entleerungsstörungen der Blase, Blaseninfektionen
  • Erektionsprobleme
  • Vermehrtes Schwitzen


Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Eberhard Standl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern
Meyer, J. et al (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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