Typ-2-Diabetes: Prognose & Vorsorge

Prognose & Verlauf von Typ-2-Diabetes

Die Folge- und Begleiterkrankungen von Diabetes bestimmen maßgeblich die Schwere der Erkrankung. Werden die Blutwerte frühzeitig durch eine geeignete Behandlung optimal eingestellt, können dadurch die meisten Komplikationen abgemildert oder verhindert werden.

Typ-2-Diabetes ist nicht heilbar. Eine gute Diabetes-Einstellung mithilfe einer entsprechenden Ernährung, genügend Bewegung und auf den Patienten abgestimmten blutzuckersenkenden Medikamenten erhöht jedoch die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Patienten beträchtlich. Zu diesem Zweck muss der Arzt Blutzucker- und Blutfettwerte sowie den Blutdruck kontinuierlich überwachen.

Häufig bewirkt bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern schon eine Gewichtsabnahme, dass der Blutzuckerwert sinkt. Da hierbei das Fettgewebe abnimmt, wird der Körper wieder empfindlicher für das körpereigene Insulin. Auch körperliche Bewegung erhöht die Empfindlichkeit des Körpers gegen das Insulin und bewirkt damit eine Senkung des Blutzuckers.

Mit einer Normalisierung des Körpergewichts, geeigneter Diabetiker-Ernährung und mit regelmäßiger körperlicher Bewegung lässt sich Diabetes also zum Stillstand bringen oder zumindest verlangsamen. Dies wirkt sich auch positiv auf die Folgeerkrankungen aus.

Vorsorge & Schutz bei Typ-2-Diabetes

Mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich Diabetes am wirkungsvollsten vermeiden. Vor allem wenn Sie erblich vorbelastet, übergewichtig oder inaktiv sind, können Sie auf diesem Weg den Ausbruch von Typ-2-Diabetes hinauszögern oder sogar verhindern. Sie sollten in diesem Fall ihre Blutzuckerwerte regelmäßig von Ihrem Arzt kontrollieren lassen.

Folgende Maßnahmen haben sich bei Risikopatienten mit erhöhten Blutzuckerwerten bewährt:

  • Gewichtsabnahme um 5-7% innerhalb von drei Monaten
  • Mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche
  • Mindestens 15 Gramm faserhaltige Ballaststoffe pro 1000 Kilokalorien
  • Höchstens 30% Fettanteil in der Nahrung
  • Höchstens 10% gesättigte Fettsäuren in der täglichen Nahrung

Patienten, die diese Vorgaben erreichen, können den Ausbruch von Diabetes fast immer verhindern. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle dieser Maßnahmen durch einen Arzt. Indem er Ihren Blutdruck, Taillenumfang und den Body Mass Index misst, kann er einfach und bequem den Erfolg der Maßnahmen beurteilen.

Für viele Menschen bedeutet dies jedoch eine langfristige Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten. Deshalb geben viele Betroffenen nach kurzer Zeit wieder auf, insbesondere dann, wenn sich ihre Erfolgserwartungen nicht innerhalb kurzer Zeit erfüllen oder sie den Sinn der Vorsorgemaßnahmen nicht verstehen.

Auch wenn bei Ihnen Diabetes bereits ausgebrochen ist, können Sie die Begleiterkrankungen mildern oder verhindern, wenn Sie verschiedene Regeln einhalten: Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist die optimale Einstellung des Blutzuckers. Damit lassen sich alle Folgeerkrankungen am sichersten verhindern. Deshalb sollten Sie Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren und die Diabetestherapie von Ihrem Internisten darauf abstimmen lassen.

Weitere wichtige Vorsorgemaßnahmen gegen Begleiterkrankungen des Typ-2-Diabetes sind:

Diabetischer Fuß

Sie sollten Ihre Füße täglich auf Blasen, Druckstellen oder Risse hin kontrollieren und Verletzungen unbedingt vermeiden. Bearbeiten Sie deshalb Fußnägel, Schwielen oder Hühneraugen nicht mit scharfen Gegenständen. Auch regelmäßiges Waschen und Pflegen der Füße ist wichtig.

Nervenschädigungen

Alkohol und Zigaretten schädigen Ihre Nerven und sollten deshalb gemieden werden. Kontrollieren Sie Ihre Arme und Beine genau und achten dabei auf ein pelziges oder kribbelndes Gefühl. Auch wenn Ihre Augen Schwierigkeiten mit der Hell-Dunkel-Anpassung oder sie wiederholt Blasenentzündungen haben oder Ihnen häufig schwindelig wird, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ihr Blutdruck sollte nicht höher als 140/85 mmHg liegen. Am besten, Sie lernen, wie Sie selbst Ihren Blutdruck messen können. Lassen sie Ihre Blutfettwerte von Ihrem Arzt regelmäßig kontrollieren: Die Blutfettwerte (Neutralfette) sollten unter 150 Milligramm, das LDL-Cholesterin nicht höher als 100 Milligramm pro 100 Milliliter Blut liegen.

Schädigungen der Augen

Als Typ-2-Diabetiker sollten sie mindestens einmal jährlich zum Augenfacharzt gehen und die Netzhaut des Auges untersuchen lassen. Bei Sehbeschwerden sollten Sie unverzüglich zum Augenarzt gehen.

Nierenschädigung

Da bei Diabetikern schon Jahre vor den ersten schwerwiegenden Nierenschäden der Albumin-Wert leicht erhöht sein kann, sollten Sie regelmäßig die Eiweißwerte im Urin bestimmen lassen.

Ist bei Ihnen eine Nierenschädigung nachgewiesen, kann eine eiweißarme Kost notwendig werden: 50-60 Gramm Eiweiß pro Tag sollten Sie nicht überschreiten. Auf Fleisch und Milchprodukte müssen Sie nicht ganz verzichten, Sie sollten sie aber nicht regelmäßig essen. Da bei Rauchern Nierenschädigungen doppelt so schnell voranschreiten wie bei Nichtrauchern, ist es sinnvoll, auf Rauchen zu verzichten

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Eberhard Standl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern
Meyer, J. et al (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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