Thrombosegefahr bei Schwangeren und Älteren

Thromboserisiko in der Schwangerschaft

Das Risiko für eine tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose ist bei Schwangeren und Wöchnerinnen etwa um das sechsfache höher als bei Nicht-Schwangeren. Ursache sind die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft: Die Zusammensetzung des Blutes und der Hormonhaushalt verändern sich, die Venenwände werden durch das vermehrt gebildete Gelbkörperhormon Progesteron elastischer und weiten sich, dadurch wird der Blutfluss verlangsamt. Zudem begünstigen veränderte Druckverhältnisse in den Venen - insbesondere in den letzten Schwangerschaftsmonaten, wenn der heranwachsende Fötus und die Gebärmutter zunehmend auf die Venen im Bauchraum drücken - die Bildung von Blutgerinnseln.

Wenn in einer vorangegangenen Schwangerschaft bereits eine Thrombose aufgetreten ist, ist das Risiko einer neuerlichen Thrombose eindeutig erhöht. Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, kann das Thromboserisiko dramatisch ansteigen. Auch ist die Gefahr einer Thrombose nach einem Kaiserschnitt deutlich höher ist als nach einer vaginalen Entbindung. Hier ist immer eine konsequente Thrombosevorbeugung (Medikamente und Kompression) unerlässlich.

Thromboserisiko bei älteren Menschen

Auch mit zunehmendem Alter steigt das Thromboserisiko. Im Alter lässt die Leistungsfähigkeit sämtlicher Organe und damit auch die der Blutgefäße und der Muskulatur nach. Die Elastizität der Venen nimmt ab, und die Häufigkeit von Gefäßschäden nimmt zu. Diese altersbedingte Zunahme der Blutgerinnungsneigung führt zu einem deutlichen Anstieg des Thromboserisikos. Besonders kritisch wird die Situation, wenn gleichzeitig mehrere Risikofaktoren zusammen kommen - wie z. B. Flüssigkeitsmangel plus Bettlägerigkeit in Folge einer Sturzverletzung mit anschließender Operation. Bei über 80-Jährigen liegt das Thromboserisiko nach einer ausgedehnten Operation bei ca.70%, was allerding bei guter, adäquater Vorbeugung um den Faktor 10 vermindert werden kann.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 21.08.2017

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