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Herzschwäche

Untersuchungen & Diagnose


Die Diagnose „Herzschwäche" wird in der Regel gestellt werden, wenn typische Symptome wie Atemnot und Erschöpfbarkeit vorliegen und gleichzeitig der objektive Nachweis einer Funktionseinschränkung des Herzens erbracht wird. Je nach Schweregrad der Erkrankung weisen betroffene Patienten wenige, nur schwach ausgeprägte oder aber eindeutige Anzeichen für eine Herzschwäche auf. Beim Vorliegen einer Herzinsuffizienz sind für den Arzt beim Abhören mit dem Stethoskop Rasselgeräusche in der Lunge, schneller und eventuell unregelmäßiger Herzschlag, Extratöne und bestimmte Geräuschphänome über dem Herzen richtungsweisend. Der Arzt wird außerdem nach Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz, wie z.B. gestaute Halsvenen, vergrößerte Leber oder „Wasser in den Beinen" (Ödeme) suchen.

Laboruntersuchungen:

Bei leichtgradiger Herzinsuffizienz sind keine typischen Veränderungen der Laborwerte zu erwarten. Bei fortgeschrittener Herzschwäche mit Leberstauung sollten die Leberenzyme untersucht werden. Besonders wichtig für die Beurteilung einer Herzinsuffizienz ist die Bestimmung der Nierenfunktion (Kreatininwert), der Elektrolyte Natrium und Kalium, der Schilddrüsenfunktion sowie des Blutbilds. Ein neu entdeckter Parameter, der sich vor allem für die Verlaufsbeobachtung der schweren Herzinsuffizienz eignet, ist der BNP-Wert (natriuretisches Peptid).

Echokardiografie („Herzecho"):

Die Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Ihr kommt bei der Diagnose einer Herzschwäche sowie der Klärung der Ursache allergrößte Bedeutung zu.

Sie erlaubt die Beurteilung der Größe der Herzkammern sowie der systolischen und diastolischen Funktion, d.h. mit welcher Kraft bzw. Elastizität die Herzkammern sich zusammenziehen bzw. erschlaffen. Das Maß für die systolische Funktion der linken Herzkammer (linksventrikuläre Funktion) ist die so genannte Ejektionsfraktion (EF), sozusagen der Auswurfanteil. Diese wichtige Größe beschreibt den prozentualen Anteil des Bluts, der nach dem Zusammenziehen der linken Kammer in die große Körperschlagader befördert wurde. Folgende Tabelle gibt die übliche Einteilung wieder:

Linksventrikuläre Funktion

Ejektionsfraktion (EF)

normal

über 50%

leicht eingeschränkt

35-50%

mittelgradig eingeschränkt

25-35%

hochgradig eingeschränkt

unter 25%

 

Auch für eine koronare Herzerkrankung (KHK) können sich in der Echokardiografie Hinweise finden. Insbesondere wenn der Herzmuskel in einem bestimmen Bereich der Herzmuskelwand „ausgedünnt" erscheint und sich an diesen Stellen nicht mehr ordnungsgemäß bewegt, ist dies ein Zeichen für einen überstandenen Herzinfarkt. Man spricht von einer umschriebenen Akinesie (Bewegungslosigkeit).

Sehr hilfreich ist die Echokardiografie für die Beurteilung der Herzklappen, wobei sowohl die Beschaffenheit als auch die Funktion der Klappen begutachtet werden. So ist es auch ohne Herzkatheter möglich, den Schweregrad einer Klappenundichtigkeit (Insuffizienz) oder einer Klappenverengung (Stenose) exakt zu bestimmen. Dazu werden mit der Doppler-Technik die Blutströme über den Klappenöffnungen gemessen.

Röntgenaufnahme des Brustkorbs („Röntgen-Thorax"):

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs erlaubt die Beurteilung der Größe und Form des Herzens. Ist der maximale Querdurchmesser des Herzens größer als die Hälfte des Querdurchmessers des Brustkorbs, liegt eine Herzvergrößerung vor. Weiter ist die Röntgen-Thorax-Untersuchung hilfreich, um eine Lungenstauung oder Lungenerkrankungen festzustellen.

Elektrokardiogramm (EKG):

Meist zeigt das EKG bei einer Herzinsuffizienz nur unspezifische Veränderungen. Es ist daher zur Diagnostik weniger gut geeignet bzw. spielt eher bei der Ursachenfindung eine Rolle. Indirekte Hinweise für eine Herzschwäche sind im EKG Zeichen eines überstandenen Herzinfarkts oder einer Herzmuskelverdickung (Hypertrophie).

Belastungsuntersuchungen:

Um den Schweregrad der Leistungseinschränkung abschätzen zu können, wird beim Patienten stufenweise die körperliche Belastung gesteigert, üblicherweise auf dem Fahrradergometer. Ergänzend kann die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität gemessen werden. Fällt diese unter 14 Milliliter pro Minute pro Kilogramm Körpergewicht ab, ist von einer prognostisch ungünstigen Situation auszugehen.

Katheteruntersuchungen:

Eine Herzkatheter-Untersuchung bei Herzschwäche wird durchgeführt, um eine Herzkranzgefäßerkrankung (KHK) als Ursache nachzuweisen oder auch auszuschließen. Sie kann außerdem indirekt zur Klärung bestimmter Fragestellungen vor einer Klappenoperation beitragen oder auch zur Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel bei bestimmten Herzmuskelerkrankungen eingesetzt werden.

Rechtsherzkatheter

Mit dem Rechtsherzkatheter erreicht man über eine Armvene die Hohlräume (Vorhof und Kammer) der rechten Herzhälfte. Dort sammelt sich das venöse Blut, bevor es in die Lunge gelangt. An der Spitze des Katheters gibt es verschiedene Öffnungen und Sensoren, mit denen bestimmte Parameter (Sauerstoffsättigung, Drücke und Herzminutenvolumen, jeweils in Ruhe und unter Belastung) gemessen werden können.

Linksherzkatheter

Hier wird ein Katheter nach lokaler Betäubung über eine Leistenarterie (selten über die Armarterie) bis in die linke Herzkammer vorgeschoben. Durch das dünne Lumen (Hohlraum) des Katheters spritzt der Arzt für Röntgenstrahlen undurchlässiges Kontrastmittel in die Herzkammer und kann so deren Größe und Funktion darstellen. Natürlich werden über den Katheter auch die Drücke im Herzen und in der großen Körperschlagader gemessen. Abgesehen von einem Wärmegefühl bei der Kontrastmittelinjektion verursacht die Untersuchung für den Patienten keine Schmerzen.

Die andere große Aufgabe des Linksherzkatheters ist die Koronarangiografie, bei der das Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße (Koronararterien) gespritzt wird. In der Durchleuchtung zeigen sich dann arteriosklerotische Verengungen der Gefäße wie in einem Negativbild als streckenweise Verjüngungen des Kontrastmittelflusses. Gegebenenfalls werden die Engstellen in den Koronargefäßen beim gleichen Eingriff mit einem Ballonkatheter erweitert und durch einen Stent stabilisiert. Ein Stent ist ein winziges maschendrahtartiges Röhrchen, das entfaltet wird und von innen die Gefäßwand offen hält.

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