07.10.2012

Arteriosklerose - Gefahr für das gesamte Gefäßsystem

Brustschmerzen (Angina pectoris) oder Beinschmerzen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK) deuten bereits hochgradige Gefäßverengungen an.

Die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem externe und interne Faktoren zu einer Schädigung der Gefäßwand (Endothel) und schließlich zu einer Verhärtung oder einem Verschluss der Arterien führen. Die Arteriosklerose ist ein Prozess, der das Gefäßsystem des gesamten Körpers betrifft. Kommt ein Patient z.B. mit den Symptomen Brustschmerz (Angina pectoris) oder Beinschmerzen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK), hat er bereits hochgradige Gefäßverengungen. Es droht ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder der akute Verschluss einer Beinarterie.

Die Arterienwand besteht aus mehreren Wandschichten. Das gesunde Endothel ist eine Schicht mit zahlreichen Funktionen, z.B. verhindert sie die Entstehung von Blutgerinnseln an der Gefäßwand und führt bei Bedarf zur Erweiterung der Gefäße. Viele Aufgaben werden durch Stickstoffmonoxid vermittelt.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes und auch Alterungsprozesse bringen das sensible Gleichgewicht ins Wanken (Endotheliale Dysfunktion). Hierbei spielen freie Sauerstoffradikale und die Zerstörung von Sauerstoffmonoxid eine wichtige Rolle. Das ist der erste Schritt in der Entstehung einer Arteriosklerose: Es lagert sich z.B. LDL-Cholesterin in die erkrankte Gefäßwand ein. Immunzellen versuchen, das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen. Es kommt zu einer Ansammlung von Fett, was das Einwandern von weiteren Immunzellen veranlasst, und so entsteht ein Kreislauf. Die Folge: Es bildet sich eine Plaque, die den Blutfluss im kranken Gefäß einschränkt. Reißt die Plaque auf (rupturierte Plaque), aktiviert das die Blutgerinnung. Thrombozyten haften an dem Riss und es entsteht ein Blutgerinnsel, was das Gefäß verschließt. Je nach Ort des Verschlusses, erleidet der Patient einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einen akuten Verschluss in den Bein- oder Beckenarterien (PAVK).

Heute ist es bereits möglich, den Beginn einer Arteriosklerose zu erkennen: Verschiedene Ultraschallmethoden können zeigen, ob ein Gefäß noch die nötige Elastizität hat oder das Endothel unter Berücksichtigung des Blutflusses sich adäquat erweitert und zusammenzieht (FMD, FMC). Nach dem Rauchen einer Zigarette kann man so z.B. Veränderungen in der Endothelfunktion nachweisen. Auch kann man unter Ultraschall die Wanddicke der Halsschlagader durch Messung der Intima-Media-Dicke (IMD) darstellen. Dieser Wert gibt Hinweise auf die Arteriosklerose im ganzen Körper.

Bei einer PAVK sind oft auch die Herzkranzgefäße von Arteriosklerose betroffen. 25% der PAVK-Patienten im Stadium II sterben innerhalb von fünf Jahren und innerhalb von einem Jahr diejenigen im PAVK-Stadium IV. Das Tückische ist, dass nur unter 20% der Menschen mit einer PAVK im Anfangsstadium Beschwerden haben - aber auch die Beschwerdefreien haben eine schlechte Prognose. Deshalb ist es wichtig, die Arteriosklerose möglichst frühzeitig zu erkennen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Angiologie