16.12.2012

Auch zu viel Weihnachtsgebäck belastet die Leber

Eine zu kalorienreiche Ernährung, Übergewicht und Mangel an Bewegung können zu einer Fettleberentzündung führen.

Schon lange sind sie in den Supermärkten wieder zu finden: verlockende Weihnachtsgebäcke wie Stollen, Zimtsterne und Marzipankartoffeln. So sehr sie uns auch Vorfreude auf die bevorstehende Weihnachtszeit bereiten mögen, stellen sie zweifellos recht große Kalorienbomben dar.

Bei hochkalorischer Ernährung kann das entstehende Übergewicht - vor allem wenn es keinen Ausgleich durch gesunde Lebensmittel und sportliche Betätigung gibt - eine so genannte Fettleber verursachen. Etwa ein Drittel der Bundesbürger über 40 Jahre hat eine solche Fettleber.

Kommt noch ein weiterer Faktor (wie z.B. Alkohol oder ein Diabetes mellitus) hinzu, kann sich eine Entzündung der Leber (Hepatitis) bilden, die auch chronisch werden kann. Mögliche Folgen sind Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes) und Leberzellkrebs.

Leberzellkrebs ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Es erkranken quasi ausschließlich Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung daran. In den letzten 20 Jahren hat sich die Neuerkrankungsrate in westlichen Ländern mehr als verdoppelt. Der Grund für den aktuellen Anstieg der Neuerkrankungsrate ist unter anderem die Zunahme der Fettleberhepatitis im Zusammenhang mit Diabetes mellitus und Adipositas.

„Vielfach bemerken es die Patienten gar nicht, dass eine Lebererkrankung vorliegt. Denn die Leber schmerzt nicht, wenn sie krank ist. Wenn wir es schaffen, die Fettleber früh zu entdecken und zu behandeln beziehungsweise eine Rückbildung durch die Änderung des Lebensstils zu erreichen, können wir damit die Entzündung und in der Folge den Leberzellkrebs vermeiden", erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstand der Deutschen Leberstiftung. Die Symptome seien ganz unspezifisch: Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder ein Druck im Oberbauch. Feststellen, ob die Leber gesund oder erkrankt ist, lässt sich anhand der individuellen Leberwerte, die regelmäßig getestet werden sollten.

Stellt der Hausarzt fest, dass die Leberwerte (GPT, GOT und GGT-Wert) erhöht sind, kann eine frühzeitig gestellte Diagnose eine Behandlung bereits im Frühstadium der Lebererkrankung sicherstellen. Viele dieser Erkrankungen sind heute gut behandelbar, man muss nur wissen, dass die Leber krank ist. Nach der Bestimmung der Leberwerte beim Hausarzt und dem Verdacht auf eine Lebererkrankung ist es sinnvoll, einen Facharzt aufzusuchen, um die heute bereits erfolgreichen und möglichen Therapien auch einzusetzen.

Quelle: Deutsche Leberstiftung