09.09.2015

Bessere Aussichten für Lupus-Patienten

Die Kurz- und Langzeitprognose des systemischen Lupus erythematodes (SLE) kann durch eine möglichst frühe Diagnose und moderne Therapiekonzepte verbessert werden.

Lupus erythematodes ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die schubweise verläuft und zu lebenslangen Beschwerden (Symptomen) führen oder sogar lebensbedrohlich sein kann. Hierbei zerstören Antikörper die gesunden Zellen des eigenen Körpers, anstatt als Werkzeuge des Immunsystems beispielsweise Viren oder Bakterien zu bekämpfen. In Deutschland sind rund 40.000 Menschen vom Lupus erythematodes betroffen - weltweit wird die Zahl auf mindestens fünf Millionen Patienten geschätzt.

Durch eine frühzeitige Diagnose, mithilfe der verfügbaren Medikamente und einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Ärzten verschiedener Fachrichtungen kann eine deutlich verbesserte Kurz- und Langzeitprognose des systemischen Lupus erythematodes (SLE) erreicht werden. Dies ist die zentrale Aussage eines Übersichtsartikels zu dieser komplexen Autoimmunerkrankung (siehe Deutsches Ärzteblatt International 2015, Band 112(25), Seite: 423-432), der unter Federführung von Prof. Dr. Annegret Kuhn, Dermatologin und Leiterin des Interdisziplinären Zentrums Klinische Studien (IZKS) der Universitätsmedizin Mainz, in Zusammenarbeit mit Medizinern aus den Fachbereichen Rheumatologie, Nephrologie, Dermatologie  und Pädiatrie entstanden ist.

Das interdisziplinäre Autorenteam gibt einen Überblick über neueste Erkenntnisse in der Diagnostik und Therapie des SLE, die zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose geführt haben. Durch moderne Therapiekonzepte, präventive Maßnahmen und die Behandlung von Begleiterkrankungen sei es zu einem Paradigmenwechsel bei dieser Autoimmunerkrankung gekommen, insbesondere sei nach 50 Jahren erstmals wieder ein Medikament für diese Erkrankung zugelassen worden, so die Autoren. Darüber hinaus geht die Publikation auf aktuelle Behandlungsleitlinien ein und liefert aktuelle Informationen zu Lebensqualität und Mortalität von Patienten mit SLE.

Die Autoren beschreiben den SLE als eine heterogene Erkrankung, von der viele verschiedene Organe betroffen sein können. Charakteristisch sind Entzündungsprozesse in den Organen - vor allem in der Haut, den Gelenken und der Niere. Die so genannte Lupusnephritis kann beispielsweise zu immer wiederkehrenden Schüben führen. Je früher ein Schub erkannt wird, desto besser ist die Prognose dieser Autoimmunerkrankung.

„Eine frühzeitige Diagnose ist gerade bei einem komplexen Krankheitsbild wie dem SLE entscheidend", betont Prof. Kuhn. „Je nach Organbeteiligung sollten Patienten mit SLE daher frühzeitig an qualifizierte Fachärzte mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet dieser Autoimmunerkrankung beziehungsweise an Spezialzentren überwiesen werden." Ziel der Behandlung sei immer eine Eindämmung der Krankheitsaktivität (Remission) mit Verhinderung von (weiteren) Organschäden bei möglichst niedriger Dosierung der entzündungshemmenden Medikamente. Antimalariamittel seien - wenn keine Kontraindikation besteht - bei jedem Patienten mit SLE bereits bei der Diagnosestellung angezeigt, um die Schubfrequenz zu senken, den Schaden zu vermindern und den Verlauf der Erkrankung - auch den der Lupusnephritis - günstig zu beeinflussen.

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz