05.08.2012

Erhöhtem Herzinfarktrisiko nach Knie- oder Hüft-OP vorbeugen

In den ersten zwei Wochen nach einem operativen Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenkes ist das Herzinfarktrisiko deutlich erhöht. Darauf machen die Kardiologen vom BNK aufmerksam.

In den ersten zwei Wochen nach einem operativen Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenkes ist das Herzinfarktrisiko insbesondere von älteren Patienten über 80 Jahren deutlich erhöht - und zwar um das 25-fache nach einer Hüft- und um das 31-fache nach einer Knieoperation. Nach Hüftoperationen bleibt dieses Risiko sogar noch länger - nämlich für eine Dauer von insgesamt sechs Wochen - deutlich erhöht, wenn auch in geringerem Ausmaß als direkt nach der OP. Darauf machen die Kardiologen des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) in München aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie (siehe Archives of Internal Medicine, Online-Veröffentlichung im Juli 2012). In dieser wurden über 95.000 Hüft- oder Knie-Ersatz-OPs ausgewertet im Hinblick darauf, wie häufig es zu einem Herzinfarkt nach der OP kommt. „Die perioperative Phase ist gerade bei Gelenkersatzoperationen mit vermehrtem Stress für die Patienten verbunden, so dass sich die Gefahr, einen Herzinfarkt nach der OP zu erleiden, deutlich erhöht", erläutert Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim. „Zum einen erfordert der geplante Eingriff einiges an Vorbereitung, die den Patienten belasten dürfte. Zum anderen kommt es nach Operationen zur Aktivierung  der Blutgerinnung, so dass eher Gerinnsel in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) entstehen können."

Präventive Medikamente nach Vorschrift einnehmen und Bewegungsübungen durchführen

Das erhöhte Risiko für Herzinfarkte in der perioperativen Phase braucht dennoch niemanden von einer erforderlichen Gelenkersatzoperation abzuschrecken. „Vielmehr sollten alle Möglichkeiten, die mittlerweile zur Verfügung stehen, ausgeschöpft werden, um das Herzinfarktrisiko zu verringern. Dazu gehört, dass die betroffenen Patienten präventive Medikamente bekommen - wie z.B. Betablocker, Statine, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Heparin - und diese auch wie verschrieben einnehmen. Außerdem sollten sie alle Gelegenheiten zur Mobilisation durch Physiotherapie wahrnehmen und die empfohlenen Bewegungsübungen zur Thrombose-Prophylaxe aktiv und regelmäßig durchführen."