17.02.2021

Fettleibigkeit erhöht Risiko für schweren COVID-19-Verlauf

Erhebliches Übergewicht (Adipositas) ist ein bedeutender Risikofaktor für einen ernsten und komplizierten Verlauf einer COVID-19-Erkrankung bei Erwachsenen.

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Eine Studie der European Association for the Study of Obesity (EASO) zu COVID-19 zeigt, dass Fettleibigkeit (Adipositas) ein bedeutender Risikofaktor für einen ernsten und komplizierten Verlauf einer COVID-19-Infektion bei Erwachsenen ist. Grund sind die zahlreichen Folgeerscheinungen, die mit Adipositas assoziiert sind. Der Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE) Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm fordert daher die Implementierung von wirksamen Präventionsstrategien, die schon in der Schule realisiert werden müssen. Weiters sei eine regelmäßige Überprüfung der kardiovaskulären Risikofaktoren, wie erhöhtes Cholesterin, Blutdruck und Zuckerstoffwechsel besonders bei familiär belasteten Personen sinnvoll. „Zudem müssen schon in der Schule die Möglichkeiten für mehr körperliche Bewegung und Anreize dafür geschaffen werden“, betont Widhalm.

Adipositas geht oft einher mit Folgeerscheinungen, deren negative Auswirkungen auch bei einer COVID-19-Infektion zu tragen kommen. So ist Adipositas mit einer verminderten Lungenfunktion, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck sowie kardiovaskulären und renalen Erkrankungen assoziiert. Adipositas verändert die Immunfunktion und erhöht die Infektanfälligkeit gegenüber bestimmten Pathogenen. Adipöses Gewebe ist zudem reich an Rezeptoren für das Angiotensin-Converting-Enzym 2 (ACE2), die als Eingangspforten für SARS-CoV-2-Viren gelten. Durch diese zusätzlichen Folgeerscheinungen haben betroffene Erwachsene ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Infektion mit künstlicher Beatmung sowie Betreuung auf Intensivstationen. Bei den unter 60-Jährigen benötigen COVID-19-PatientInnen mit Adipositas fast doppelt so häufig eine intensivmedizinische Betreuung wie normalgewichtige PatientInnen.

Die Früherkennung einer COVID-19-Infektion bei adipösen PatientInnen ist nach Ansicht der EASO besonders wichtig, um sofort nach der Diagnose mit entsprechenden therapeutischen Maßnahmen beginnen zu können. Da Erwachsene mit Adipositas eine höhere Viruslast in sich tragen, die eine starke Virusausscheidung zur Folge hat, ist die sofortige Isolation der positiv getesteten Personen besonders dringlich. Wenn eine Impfung erfolgt, sollte außerdem die anschließende Immunantwort genau beobachtet werden.

Quelle: pressetext.com am 26.1.2021

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