30.01.2019

Fruktose-Konsum kann Gicht begünstigen

Auch der Verzehr von Fruktose kann wesentlich zu einer Erhöhung der Gesamtharnsäuremenge beitragen kann und damit das Risiko für Gicht erhöhen.

Ein wichtiger Faktor für das Auftreten von Gicht-Symptomen (Symptomatische Hyperurikämie) ist eine purinreiche Ernährung. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen nun, dass auch der Verzehr von Fruktose wesentlich zu einer Erhöhung der Gesamtharnsäuremenge beitragen kann. Zur Senkung der Harnsäure (unter den Zielwert von 6 mg/dl bzw. 360 ?mol/l) werden bei Gichtpatienten Xanthinoxidase-Hemmer wie Febuxostat eingesetzt.

Jeder nimmt täglich Fruktose zu sich. Zumal die Lebensmittelindustrie fu?r ihre Produkte zunehmend günstigen Maisstärkesirup nutzt, der bis zu 90% Fruktose enthält und z.B. zum Süßen von Softdrinks verwendet wird. Mit dem stetig wachsenden Pro-Kopf-Verbrauch an Fruktose werden heute viele epidemisch anwachsende Erkrankungen wie Fettleibigkeit (Adipositas), Typ-2-Diabetes und nicht zuletzt Gicht in Verbindung gebracht. Fruktose ist der einzige Zucker, der im Körper eine Erhöhung der Harnsäurewerte, Dyslipidämie und Anzeichen einer Insulinresistenz bei gesunden Probanden hervorrufen kann.

Fruktose unterliegt einer besonderen Verstoffwechselung (Metabolisierung): In der Zelle findet eine ungebremste Umwandlung von Fruktose in Fruktose-1-Phosphat mittels Adenosin-3- und Adenosin-2-phosphat (ATP/ADP) statt. Sind die Reserven der Energieträger ATP und ADP aufgebraucht, wird das verbliebene Adenosinmonophosphat (AMP) in den Purinstoffwechsel eingeschleust, wo es u?ber Xanthin und Hypoxanthin zu Harnsäure umgewandelt wird. Amerikanische Studien mit Männern und Frauen haben gezeigt, dass Fruktose das Risiko fu?r Gicht dosisabhängig erhöht. Bei den Männern zeigte sich, dass die Quintile mit der höchsten Fruktoseaufnahme in der multivariaten Analyse ein mehr als doppelt so hohes Risiko fu?r Gicht hatte wie die Quintile mit dem geringsten Anteil dieses Zuckers in der Nahrung. Die multivariate Analyse unter Frauen ergab, dass diejenigen in der Quintile mit der höchsten täglichen Fruktoseaufnahme ein um 62% höheres Gichtrisiko hatten als Frauen in der Quintile mit dem niedrigsten Verzehr.

Fruktose ist somit ein wichtiger Risikofaktor fu?r das Entstehen einer Symptomatischen Hyperurikämie. Eine fruktosearme Diät kann daher sowohl bei der Prävention, als auch im Rahmen der Therapie vorteilhaft sein. Um erhöhte Harnsäurewerte bei bestehender Gicht effektiv (auf den Zielwert von < 6 mg/dl bzw. 360 ?mol/l) zu senken, sind zudem Xanthinoxidase-Hemmer wie zur Vermeidung des "Aussalzens" (Kristallisation) der Harnsäure geeignet.

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