21.11.2017

Gesunder Lebensstil hilft der Leber

„An die Leber denken!“ lautet das Motto des diesjährigen Deutschen Lebertages am 20. November 2017. Darauf weisen die Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e.V. und Gastro-Liga e.V. hin.

Wenn die Leber ein modernes High-Tech-Gerät wäre, hätte sie vermutlich ein hervorragendes Image als zuverlässiger Alleskönner und einen hohen Bekanntheitsgrad: Die Leber ist das wichtigste Organ für Stoffwechsel und Entgiftung des Körpers. Bei Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung lagert die Leber vermehrt Fett ein – aus dem leistungsfähigen Organ wird eine kranke Fettleber. Jeder dritte Bundesbürger über 40 und sogar Kinder sind bereits betroffen. Die Ausrichter des 18. Deutschen Lebertages am 20. November 2017 – Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e. V. – weisen auf diese alarmierende Entwicklung unter dem Motto: „An die Leber denken!“ hin. 

„Die drei Risikofaktoren Übergewicht, Bewegungsmangel sowie ungesunde Ernährung, und hierzu zählt selbstverständlich auch übermäßiger Alkoholgenuss, können eine Leberverfettung und eine daraus resultierende Leberschädigung verursachen“, erklärt Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender Deutsche Leberhilfe e. V., und ergänzt: „Eigentlich sind die notwendigen Maßnahmen wie Abnehmen, mehr Bewegung und gesündere Ernährung zur Vermeidung oder Umkehr des krankhaften Leberwachstums einfach zu realisieren. Doch vielen Patienten fällt es sehr schwer, an die Leber zu denken und ihren Lebensstil konsequent zu ändern.“

Erfolgreiche Gewichtsabnahme gelingt nur, wenn konsequent und langfristig der Verzehr von Kohlenhydraten, gesättigten Fetten sowie Fruchtzucker reduziert und insgesamt die Kalorienzufuhr verringert wird. Ergänzend sollte moderater Sport Bestandteil des neuen leberfreundlichen Lebensstils sein, der sich auch positiv auf das Herz-Kreislaufsystem und andere Organe auswirkt.

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass bei Übergewichtigen eine Diät mit täglichen 800 Kalorien und zusätzlichen Gemüsemahlzeiten nach acht Wochen den Leberfettgehalt wieder normalisieren kann. Nicht alles ist dabei verboten, der Experte hat auch gute Nachrichten für Kaffee-Fans: „Es sind nicht alle Genussmittel schädlich für die Leber. Kaffee hat einen nachgewiesenen protektiven Effekt bei chronischen Lebererkrankungen. Mehrere Studien zeigen, dass das Risiko einer höhergradigen Fibrose bei Kaffeegenuss sogar reduziert ist. Selbstverständlich sollte der Kaffee-Konsum mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein, um einen negativen Effekt auf eventuell vorhandene weitere Erkrankungen auszuschließen“, rät Prof. Niederau.

Eine Heilung der tückischen und meist symptomarmen Lebererkrankung, von der auch schlanke oder nur leicht übergewichtige Menschen betroffen sein können, ist mit Medikamenten bislang noch nicht möglich. „Medikamentös lässt sich die nicht-alkoholische Fettleber derzeit noch nicht adäquat behandeln. Aktuell sind jedoch verschiedene Medikamente mit differenzierten Wirkprinzipien im Entwicklungsstatus. Neue Studien belegen eine Reduzierung von Leberfett und Fibrose durch sogenannte Insulin-Sensitizer, die zur Verbesserung der Insulinwirkung eingesetzt werden, und durch GLP-1-Agonisten, die die Insulinfreisetzung stimulieren", berichtet Prof. Niederau.

Damit eine erkrankte Leber bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist der Test der Leber-Blutwerte wichtig. Dieser gehört in der Regel nicht zu den Routine-Untersuchungen. Speziell übergewichtige Menschen sollten sich beim nächsten Arztbesuch an das Motto des diesjährigen Lebertages erinnern und „an die Leber denken“!

Quelle: Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e.V. und Gastro-Liga e.V.

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