13.01.2013

Lebensstiländerung kann Risiko für Rheumatoide Arthritis senken

Für das Erkrankungsrisiko, an Rheumatoider Arthritis zu erkranken, ist der Lebensstil der Patienten ganz entscheidend. Darauf machen die Rheumatologen des BDRh aufmerksam.

Der so genannte Rheumafaktor kann auf ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung an Rheumatoider Arthritis hinweisen - muss dies aber nicht. Denn für das Erkrankungsrisiko ist auch der Lebensstil der Patienten ganz entscheidend. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam. „Ein positiver, d.h. erhöhter Rheumafaktor (RF) kann bei rheumatischen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis (RA), aber auch bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Sklerodermie vorhanden sein", erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis im bayerischen Bad Aibling. „Allerdings findet sich ein erhöhter RF auch bei anderen Erkrankungen des Muskel- oder Skelettsystems und bei nichtrheumatischen chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Tuberkulose oder Hepatitis. So leidet nicht jeder mit hohem Rheumafaktor im Blut tatsächlich auch an Rheuma. Außerdem kommt unter den Rheumafaktor-Trägern die entzündliche Gelenkentzündung RA nur bei einem Bruchteil der Betroffenen tatsächlich zum Ausbruch."

Ärzte der Universitätsklinik in Amsterdam haben jetzt herausgefunden, dass der Lebensstil - d.h. Rauchen und Übergewicht - dieses Erkrankungsrisiko erheblich beeinflusst (siehe Annals of the Rheumatic Diseases, Online-Vorabveröffentlichung am 27.10.12): Bei Personen, bei denen rheumaspezifische Autoantikörper im Blutserum nachgewiesen wurden, ist das RA-Erkrankungsrisiko um rund das Zehnfache erhöht, wenn sie rauchen - und um das Sechsfache, wenn sie übergewichtig (BMI > 25) sind. Am größten ist das Erkrankungsrisiko für Rheumafaktor-Träger, die sowohl rauchen als auch übergewichtig sind. „Betroffene sollten wissen, dass sie ihr RA-Erkrankungsrisiko durch eine Änderung ihres Lebensstils - wie zum Beispiel Rauchstopp oder Ernährungsumstellung - erheblich senken können."

 

Quelle: Annals of the Rheumatic Diseases (Online-Vorabveröffentlichung am 27.10.12)