09.08.2019

Was hilft gegen saures Aufstoßen?

Tipps, um Sodbrennen und Reflux zu verhindern, geben Experten der Gastro-Liga in einer Telefon-Sprechstunde am Mittwoch, dem 7. August und dem 4. September 2019, von 18 bis 20 Uhr.

Saures Aufstoßen und Brennen im Rachen und hinter dem Brustbein: Sodbrennen kann sehr unangenehm sein. Kleine Änderungen im Lebensstil und der Ernährung können jedoch das Auftreten von Sodbrennen oft langfristig verhindern. Im akuten Fall verschaffen säureregulierende Medikamente schnell Abhilfe.

Sodbrennen, saures Aufstoßen und Rückfluss von Mageninhalt bis in den Rachen- beziehungsweise Mundbereich kennt jeder zweite Erwachsene, aber auch Kinder können davon betroffen sein. Es gibt unterschiedliche Ursachen: Zum einen kann es zu einer spontanen Erschlaffung des Muskels kommen, der die Verbindung zwischen Speiseröhre und Mageneingang verschließt. Zum anderen kann ein erhöhter Druck im Bauchraum ursächlich sein, zum Beispiel aufgrund von Übergewicht. Auch eine verlangsamte Magenentleerung kann Sodbrennen auslösen. „Besonders kalorienreiche und fetthaltige Mahlzeiten verbleiben lange im Magen“, erläutert Prof. Peter Malfertheiner, Experte für Sodbrennen und Reflux aus München und kooptiertes Vorstandsmitglied der GastroLiga. „Eine weitere Rolle spielt die Speiseröhrenmotorik – also die Fähigkeit der Speiseröhre, hochgeflossene Säure wieder in den Magen zurück zu transportieren.“

 „Die Empfindlichkeit der Speiseröhre auf den Säurereflux ist bei jedem Menschen unterschiedlich“, erklärt Prof. Malfertheiner „Betroffene auch mit leichtem und seltenem Sodbrennen können durchaus schwerwiegendere Veränderungen in der Speiseröhre aufweisen als Patienten mit starken und häufigen Refluxbeschwerden.“

Im Allgemeinen sollte man bei Sodbrennen zunächst auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel, die das Auftreten der Beschwerden auslösen, verzichten. Ein Sodbrennen-Tagebuch kann Hinweise auf eine mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeit liefern. Auch kann es helfen, den Oberkörper beim Schlafen leicht erhöht zu lagern und über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen statt wenige große. Prof. Malfertheiner rät zudem: „Ein Glas lauwarmes Wasser nach dem Essen neutralisiert einen Teil der Säure und ein Verdauungsspaziergang fördert den Weitertransport der Nahrung in den Darm.“

Im akuten Fall spricht nichts gegen eine anfängliche Selbstmedikation. Am häufigsten kommen sogenannte Protonenpumpeninhibitoren zum Einsatz, welche die Magensäureproduktion effektiv reduzieren. Bei selten auftretenden Beschwerden können die säurebindenden Antazida Linderung verschaffen. Diese Medikamente sind in der Apotheke frei verkäuflich, sollten jedoch ohne ärztliche Kontrolle nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Kinder sollten immer nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt medikamentös behandelt werden. 

Haben Sie Fragen zum Thema Sodbrennen? Dann rufen Sie an -  Experten der Gastro-Liga e. V. geben Ihnen gerne Antwort: Am 7. August und 4. September 2019 (jeweils Mittwoch) von 18 bis 20 Uhr ist die GASTROSprechstunde unter Tel.: 0641 – 9 74 81 20 zu erreichen.

Quelle: Gastro-Liga e. V.

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