Was ist Helicobacter?

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist die häufigste Ursache einer Magenschleimhautentzündung (Typ-B-Gastritis) sowie eines Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwürs. Schätzungsweise 20% der 40-Jährigen und 50% der über 60-Jährigen sind in der westlichen Bevölkerung mit Helicobacter pylori infiziert.

Helicobacter ist ein spiralförmig gewundenes Bakterium, das sich in der Schleimhaut des Magens ansiedeln und dort vermehren kann. Zur Bewegung ist es mit peitschenförmigen Anhängen, so genannten Geißeln, ausgestattet. Der Erreger bildet ein spezielles Eiweiß, die so genannte Urease, die Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid umwandelt. Der entstehende Ammoniak neutralisiert die Magensäure und schützt das Bakterium. Dadurch schädigt Helicobacter die Abwehrmechanismen gegen die aggressive Säure. Zusammen mit Giftstoffen, die das Bakterium absondert, löst dies in der Magenschleimhaut Entzündungsprozesse aus, die zu Geschwüren und selten bis hin zu Krebs führen können.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
02/2016 S2k-Leitlinie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit: https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/helicobacter-pylori/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

© Internisten-im-Netz

Impressum

Datenschutz

Bildquellen

Kontakt

Herausgeber

Berufsverband Deutscher Internisten e.V.