Behandlung bei Leberkrebs

Die Wahl der Therapie hängt vom Stadium der Krebserkrankung, dem Alter und Allgemeinzustand des Betroffenen und der Beschaffenheit des entarteten Gewebes ab. Bei Leberkrebs im fortgeschrittenen Stadium spielt die Schmerztherapie eine große Rolle. Es gibt zahlreiche Medikamente und Methoden, mit denen sich Tumorschmerzen lindern lassen. Das Mittel der Wahl und die Dosierung muss der Azrt für jeden Patienten individuell ermitteln.

Eine wirksame Chemo- oder Strahlentherapie gegen den Leberkrebs gibt es bislang noch nicht. Kleine isolierte Knoten kann der Chirurg operativ entfernen, indem er den betroffenen Leberabschnitt in einer Bauchoperation entnimmt. Leberzelladenome werden nur ab einer Größe von 5 Zentimetern operiert, denn die Gefahr, dass sie bösartig werden, ist gering. Bei einem zu starken Befall kann eine Lebertransplantation unausweichlich sein, allerdings nur wenn der Krebs noch nicht in andere Organe gestreut hat.

Alternativ kann der Arzt versuchen, den Tumor mit folgenden Maßnahmen zu verkleinern:

Lebertransplantation

Eine Lebertransplantation ist besser zur Behandlung eines Leberkarzinoms geeignet als eine operative Entfernung der Leber. Eine Transplantation ist jedoch nur möglich, wenn sich in der Leber maximal 3 Knoten mit einem Durchmesser von weniger als 3 Zentimeter befinden oder ein Tumor mit einem Durchmesser von weniger als 5 Zentimetern. Ein breiter Einsatz der Transplantation scheitert meist daran, dass nicht genügend Spenderorgane verfügbar sind.

Transarterielle Chemoembolisation

Hierbei wird die Blutzufuhr der Krebsknoten mechanisch mit Gelschaum oder kleinen Metallspiralen verschlossen. Zusätzlich kann der Operateur noch ein Chemotherapeutikum in den Knoten einschleusen, das die Krebszellen lokal zerstört. Bei diesem Verfahren wird zwar das Tumorwachstum gehemmt, unklar ist noch inwieweit dadurch das Leben des Patienten verlängert werden kann.

Radiofrequenzablation (RFA)

Bei der Radiofrequenzablation werden Tumoren der Leber durch Hitze zerstört. Die Hitze wird durch eine Sonde erzeugt, die unter Ultraschallkontrolle in den Tumor eingebracht wird. Durch einen Generator wird ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt, der über die Sonde zu einem starken Temperaturanstieg im Gewebe führt. Das Tumorgewebe wird dadurch so stark erhitzt, dass es abstirbt.

Die Vorteile der Radiofrequenzablation gegenüber anderen sind die geringe Nebenwirkungs- und Komplikationsrate. Selbst bei eingeschränkter Leberfunktion (z.B. bei einer Leberzirrhose) kann dieser Eingriff sicher durchgeführt werden. Der Eingriff wird unter Betäubung ohne eine Vollnarkose durchgeführt. In der Regel ist dafür ein Klinikaufenthalt von wenigen Tagen ausreichend.

Je nach Art des Tumors kann es sinnvoll sein, die Radiofrequenzablation mit anderen Therapieverfahren zu kombinieren, z. B. mit einer Chemoembolisation. Wenn viele über die Leber verteilte Tumoren vorliegen, der Tumor zu groß ist oder die Tumorerkrankung auch andere Regionen des Körpers betrifft (Organe, Lymphknoten), ist eine Radiofrequenzablation meist nicht sinnvoll.

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