Reizdarm: Untersuchungen & Diagnose

Die Diagnostik des Reizdarmsyndroms sollte von einem erfahren Gastroenterologen vorgenommen werden. Es gibt nämlich keine Untersuchung, die ein Reizdarmsyndrom sicher nachweist, deshalb erfolgt die Erkennung durch eine so genannte Differentialdiagnostik. Dabei muss der Facharzt ähnliche Krankheiten, die als Auslöser der Beschwerden in Frage kommen könnten, durch geeignete Verfahren ausschließen. Besonders die Warnsymptome Blut im Stuhl, nächtliche Schmerzen, veränderte Stuhlgewohnheiten und Gewichtsverlust können auf Darmkrebs hindeuten und müssen unbedingt mit Hilfe einer Darmspiegelung (Koloskopie) weiter untersucht werden.

Am Anfang der Diagnostik steht ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Der Internist erfragt sorgfältig alle Beschwerden und erstellt eine detaillierte Krankengeschichte. Hier sind auch Fragen zur Familiengeschichte, zu früheren Krankheiten und Operationen sowie zu den seelischen und sozialen Aspekten der aktuellen Lebenssituation von großer Bedeutung. Danach führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei richtet er sein Augenmerk vor allem auf die Bauchregion, die er sorgfältig abtastet, um Schmerzstellen und eventuelle organische Veränderungen wie Verhärtungen aufzuspüren.

Folgende technische Untersuchungen kann der Gastroenterologe vornehmen, um die Diagnose zu sichern und andere mögliche Erkrankungen auszuschließen:

  • Untersuchung mit Ultraschall, evtl. nach einer Darmspiegelung auch Computer- oder Magnetresonanztomografie
  • Laboruntersuchung: Blutuntersuchung mit Blutbild, Blutsenkung Leberwerten, Krebsmarkern u. a.; Stuhluntersuchung, vor allem auf verstecktes Blut; Urinuntersuchung
  • Darmspiegelung (Koloskopie) zur Untersuchung der Darmschleimhaut und Ausschluss von Darmkrebs
  • Laktose-Belastungstest zum Ausschluss einer Laktose-Unverträglichkeit
  • H2-Atemtest zum Ausschluss einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms
  • Test auf Sorbit-Unverträglichkeit

Da die Ausprägung der Beschwerden und der Verlauf der Krankheit sich von Patient zu Patient stark unterscheiden können, ist selbstverständlich auch der Umfang der notwendigen Untersuchungen unterschiedlich, so dass sich die Betroffenen nur in den wenigsten Fällen dem ganzen Diagnostikprogramm unterziehen müssen.

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