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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?


Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone gebildet

Die Schilddrüse beeinflusst zusammen mit anderen Hormondrüsen einen Großteil der lebenswichtigen Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. In ihr werden die Hormone Tetrajodthyronin (Thyroxin), kurz T4 genannt, und Trijodthyronin, kurz T3, gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben.

Nach der Kropfbildung (Struma) ist die Überfunktion, auch Hyperthyreose genannt, die zweithäufigste Erkrankung der Schilddrüse. Sie tritt überwiegend bei Frauen auf (Frauen: Männer = 5:1) und älteren Menschen auf. Bei einer Überfunktion werden die Hormone T4 und T3 über das erforderliche Maß hinaus gebildet und ausgeschüttet. Dadurch wird eine krankhafte Steigerung der Stoffwechselprozesse im ganzen Körper in Gang gesetzt. Eine Überfunktion kann verschiedene Ursachen haben. Die beiden häufigsten sind die immunbedingte Schilddrüsenüberfunktion (Immunhyperthyreose), hier vor allem der Morbus Basedow, sowie die sogenannte Autonomie.

Immunsystem ist häufig Auslöser

Die Immunhyperthyreose macht etwa 40% aller Schilddrüsenüberfunktionen aus. Frauen erkranken 5-mal häufiger als Männer, der Erkrankungshäufigkeitsgipfel  liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Sie wird durch eine Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehrstoffe hervorgerufen. Von einer Autonomie sind meist Menschen ab dem 50. Lebensjahr betroffen. Sie macht bei älteren Menschen etwa 70-80% aller Überfunktionen aus. Diese Krankheit entsteht durch autonome („unabhängige") Zellen, die nicht mehr auf die entsprechenden Steuerungsmechanismen reagieren und dadurch verstärkt Hormone ausschütten.

Vielfältige allgemeine Krankheitszeichen kennzeichnen eine Schilddrüsenüberfunktion. Die Patientinnen klagen häufig über Gewichtsverlust trotz verstärktem Hungergefühl, Durchfall, Nervosität, Haarausfall, Schweißausbrüche, Herzklopfen und Wärmeempfindlichkeit.

Als Untersuchungsmethoden stehen labormedizinische Untersuchungen, die Szintigrafie und die Sonografie zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen. In schweren Fällen wird mittels Operation oder Radio-Jod-Therapie das Schilddrüsengewebe reduziert oder vollständig ausgeschaltet.

 

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