13.11.2011

Auch fettreiches Essen kann die Leber gefährden

Zu fettes Essen kann - wie zu viel Alkohol auch - der Leber schaden. Davor warnen die Internisten vom BDI anlässlich des Deutschen Lebertags am 20. November und geben Tipps zur Vorbeugung.

Nicht nur zu viel Alkohol, sondern auch eine fettreiche Ernährung kann die Leber gefährden und schädigen. Darauf machen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich des Deutschen Lebertags am 20. November aufmerksam, der dieses Jahr unter dem Motto „Leber lebenswichtig" läuft und über die Erkrankungen der Leber und Möglichkeiten der Behandlung informieren soll. „Ein Überangebot an Fetten in der Nahrung führt nicht nur zu mehr Fettpölsterchen unter der Haut - auch die Leber kann verfetten", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. Mediziner bezeichnen diese Schädigung der Leber auch als nicht-alkoholische Fettleber. „Da viele Menschen zu kalorien- und fettreich essen, stellt die Fettleber mittlerweile die häufigste Lebererkrankung dar. Mindestens 10 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen."

Leberzirrhose oder -versagen verhindern

Eine Fettleber kann zu ernsthaften Komplikationen führen, wenn sich die Leber entzündet und eine so genannte Fettleber-Hepatitis entsteht. „Die Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) und tödliches Leberversagen können die Folge sein", warnt Wesiack. „Fettansammlung in der Leber kann allerdings auch eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels verursachen und somit eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes begünstigen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, muss eine Fettleber frühzeitig erkannt werden. Deshalb ist es wichtig, seine Leberwerte regelmäßig überprüfen zu lassen, da sich an diesen die Gefahr  einer Lebererkrankung ablesen lässt. Wer riskante Werte hat, sollte seinen Lebensstil - in diesem Fall: seine Ernährungsgewohnheiten - ändern. Denn eine Fettleber kann am besten behandelt werden, indem man ihren Auslöser ausschaltet. Medikamente gegen Fettleber sollten dagegen nicht eingenommen werden, zumal die bisher untersuchten Substanzen ebenfalls die Leber schädigen oder eine Gewichtszunahme hervorrufen können."

Weniger Kohlenhydrate und regelmäßiges Ausdauertraining angeraten

Grundsätzlich kann eine gesunde und fettarme Ernährung dazu beitragen, die Entwicklung einer Fettleber zu vermeiden. „Ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, aus pflanzlichen Fetten und Kaltwasserfischen senken bekanntlich das gefäßschädigende LDL-Cholesterin, während gesättigte Fettsäuren - wie sie vor allem in tierischen Fetten vorkommen - als besonders ungesund gelten, weil sie unter anderem auch das schädliche LDL-Cholesterin im Blut erhöhen", erklärt Wesiack. „Die Rückbildung einer bereits bestehenden Fettleber lässt sich am besten durch eine Verringerung des Kohlenhydratanteils in der Nahrung in Kombination mit regelmäßigem Ausdauertraining erreichen. Ratsam ist auch eine Schutzimpfung gegen die Viruserkrankungen Hepatitis A und Hepatitis B, um die Gefahr zu verringern, dass sich die Fettleber entzündet, was die genannten, gefährlichen Folgen hätte."