20.11.2019

Leberzellkrebs infolge Wohlstandskrankheiten immer häufiger

Neben starkem Alkoholkonsum ist immer häufiger auch Fettleibigkeit die Ursache für Leberkrebs. Darauf soll anlässlich des 20. Deutschen Lebertags am 20.11.2019 aufmerksam gemacht werden.

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hat die Zahl der Krebserkrankungen weltweit seit 2012 um vier Millionen und die Zahl der Krebstodesfälle um 1,4 Millionen zugenommen. Auch die Zahl der Leberzellkrebsfälle (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) in Deutschland steigt. Neben der Ursache Leberzirrhose durch chronische Virushepatitis oder alkoholische Fettleber spielt die nicht-alkoholische Fettleber eine immer größere Rolle bei der Entstehung eines HCCs. Darauf weisen die Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche Leberhilfe e. V. hin anlässlich des 20. Deutschen Lebertages am 20. November 2019 unter dem Motto: „Jeder Tag ist Leber-Tag“.

„Leberzellkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die sich primär in der Leber entwickelt, und zählt weltweit zur zweithäufigsten krebsbedingten Todesursache. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Leberzellkrebs hat sich seit den 70er-Jahren mehr als verdoppelt und auch in Deutschland steigen die Zahlen“, erläutert Prof. Dr. Peter R. Galle, Direktor der 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und ergänzt: „Am häufigsten entsteht Leberzellkrebs als Spätfolge einer bereits chronisch geschädigten Leber, meist einer Leberzirrhose. Neben der chronischen Virushepatitis (B, C und delta) zählen in Deutschland die Ausbildung einer alkoholischen Fettleber durch starken Alkoholkonsum und immer häufiger die Ausbildung einer nicht-alkoholischen Fettleber als Folge einer Adipositas zu den Ursachen der steigenden Erkrankungszahlen. Leberzellkrebs ist also in gewisser Hinsicht oftmals eine Wohlstandskrankheit, die durch gesunde Ernährung und Bewegung vermeidbar ist.“

Heilbar ist Leberzellkrebs nur, wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt wird. In Deutschland werden aktuell sieben von zehn Leberzellkrebs-Erkrankungen erst in bereits fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut gab es in Deutschland im Jahr 2014 über 9.000 Neuerkrankungen. Laut Statistischem Bundesamt liegt Leberzellkrebs im Jahr 2016 mit 8.036 Verstorbenen an achter Stelle der zehn häufigsten Todesfälle durch eine Krebserkrankung.

Nur durch Prävention, Aufklärung und Früherkennung lassen sich die hohen Zahlen bei Leberzellkrebs-Neuerkrankungen und -Todesfällen reduzieren. Mit der im Januar 2019 von der Bundesregierung präsentierten Strategie „Nationale Dekade gegen den Krebs“ reagiert nun auch die Politik, damit diese wichtigen Bausteine im Kampf gegen den Leberzellkrebs und andere Krebsarten optimiert werden. Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sollen gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe in den nächsten zehn Jahren neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller zugänglich gemacht werden. Weitere Ziele sind die systematische Erforschung und der Ausbau von Prävention und Früherkennung.

Leberexperten fordern schon seit längerer Zeit, dass Leberzellkrebs-Risiko-Patienten – beispielsweise mit Leberzirrhose, chronischer Hepatitis-B-Virusinfektion oder nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis (NASH) – Früherkennungsuntersuchungen angeboten werden. Bei diesen Risikogruppen kann zum Beispiel durch eine halbjährliche Ultraschalluntersuchung der Zustand der Leber überwacht und bei Entdeckung eines Leberzellkrebses kann dieser in einem frühen – und somit besser behandelbarem – Stadium erkannt werden.

Mit dem Motto „Jeder Tag ist Leber-Tag“ rufen die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2019 dazu auf, bewusst an jedem Tag auf die Lebergesundheit zu achten: Mit gesunder Ernährung und der Integration von mehr Bewegung im Alltag sowie Vorsorgeuntersuchungen kann jeder sein persönliches Leberzellkrebs-Risiko verringern.

Quelle: Gastro-Liga, Deutsche Leberhilfe e. V. und Deutsche Leberstiftung

 

 

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