Diphtherie: Bekämpfung & Ausrottung

Die Bekämpfung beruht zum einen auf der frühzeitigen Behandlung und Isolierung aller Erkrankten sowie auf den vorbeugenden Maßnahmen bei allen Kontaktpersonen. Für die Elimination der Diphtherie als Gesundheitsproblem ist jedoch eine hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung. Die gegen das Diphtherietoxin gerichtete Impfung schützt zwar vor der Erkrankung, aber nicht vor einer Besiedelung des Nasen-Rachenraumes mit den Diphtheriebakterien. Durch den drastischen Rückgang von Krankheitsfällen bei hohen Impfraten schon im Kindesalter nimmt jedoch nach und nach auch die Besiedelungsrate mit toxigenen C. diphtheriae ab, die heute in Deutschland und den meisten europäischen Ländern extrem niedrig ist. Durch die Impfung wird also nicht nur der Einzelne geschützt, sondern das Risiko einer Ansteckung nimmt bei hohen Impfraten auch für die Ungeimpften ab (sog. Herdenschutz). So ist es gelungen, die Diphtherie in allen Ländern mit hoher Durchimpfungsrate weitgehend zurückzudrängen. Eine vollständige, weltweite Ausrottung der Krankheit erscheint in absehbarer Zukunft jedoch nicht realistisch.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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