Diphtherie: Anzeichen & Symptome

Anzeichen & Symptome

In gemäßigten Klimazonen betrifft die Infektion meist als erstes die Atemwege: typischerweise zuerst Rachen und Mandeln, seltener als erstes Kehlkopf, Nasenraum, Luftröhre oder Bronchien. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitssymptome beträgt 2-5 Tage, selten bis zu 10 Tage. Die Krankheit beginnt meist allmählich mit Halsschmerzen, Fieber bis 39°C und Schluckbeschwerden. Die Patienten fühlen sich krank, sind lethargisch und blass. Die Schleimhaut im Rachen ist gerötet und geschwollen. Rachen und Mandeln sind entzündet (Tonsillitis/Pharyngitis) und von einem grau-weißen oder aufgrund von Einblutungen auch bräunlichen Belag überzogen (sog. Rachenbräune). Er kann sich auf den Gaumen, das Gaumenzäpfchen oder sogar bis zum Kehlkopf ausdehnen. Versucht man, diese fest haftenden Pseudomembranen zu entfernen, blutet es meist. Außerdem sind die Lymphknoten im Rachengebiet angeschwollen.

Nach den ersten Symptomen Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden werden die Patienten heiser, sie können nicht richtig atmen, weil die Luftwege verengt sind. Betrifft die Infektion den Kehlkopf (Kehlkopf-Diphtherie), leidet der Patient hauptsächlich unter Husten und Heiserkeit. Bei Nasen-Diphtherie kommt es oft zu einem blutigen Schnupfen.

Typisch für eine Diphtherie ist ein süßlicher Geruch, ähnlich wie vergorene Äpfel. Die Schleimhäute im Rachen und Kehlkopf können so stark angeschwollen sein, dass sich die Atemwege verengen und der Patient zu ersticken droht.

Vor allem in tropischen Ländern tritt die Haut- oder Wund-Diphtherie auf. In westlichen Industrieländern sind von dieser Diphtherie-Form in erster Linie Obdachlose, Alkoholiker oder Drogenabhängige betroffen. Die Diphtherie-Bakterien gelangen hierbei über eine Hautverletzung in den Körper. Die Wunden entzünden sich, sind gerötet, geschwollen und schmierig belegt. Bei Säuglingen kann zudem eine Nabel-Diphtherie auftreten.

Vor allem bei der klassischen Rachendiphtherie äußert sich die Giftwirkung bei einigen Patienten im gesamten Körper (systemische Diphtherie): 4-5 Tage nach der lokalen Infektion des Rachens oder einer Wunde bekommt der Patient hohes Fieber, er erbricht und entwickelt schwere Allgemeinsymptome mit Luftnot und Nervenlähmungen. Ein Kreislaufkollaps kann die Folge sein.

Auswirkungen & Komplikationen

Eine lebensgefährliche Komplikation einer Diphtherie-Infektion ist die Verengung der Atemwege. Durch die Toxinwirkung im Körper können sich vor allem der Herzmuskel oder die Nerven entzünden (Myokarditis bzw. Polyneuritis). Diese Komplikationen können noch Wochen nach der akuten Infektion auftreten. Seltener kann eine Diphtherie zu einer Nierenschwäche, einer Entzündung des Gehirnes (Enzephalitis), einem Hirninfarkt, einer Lungenembolie oder einer Entzündung der Herzklappen (Endokarditis) führen.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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