Diphtherie: Untersuchungen & Diagnose

Untersuchungen & Diagnose

Erfahrene Ärzte erkennen eine Diphtherie oft schon an den typischen Beschwerden des Patienten, den fest haftenden grau-weißen bis bräunlichen Belägen, die bei Berührung bluten, und dem süßlichen Geruch. Dieser Geruch ist bereits in einigem Abstand zu riechen. Hat ein Arzt den Verdacht auf eine Diphtherie-Infektion, muss der Patient wegen der Ansteckungsgefahr sofort von anderen Menschen isoliert werden.

Der Arzt nimmt eine Probe (Abstrich) unterhalb des Belags aus dem Rachen, der Nase oder der Wunde und lässt sie in einem mikrobiologischen Labor untersuchen. Dort werden die Erreger angezüchtet, bis sie selbst oder das Diphtherie-Toxin mittels Gen- bzw. Immuntests nachgewiesen werden können. Dies dauert meist 2-4 Tage.

Behandlung von Diphtherie

Der Arzt wird sofort nach der Probennahme (Abstrich) mit der Behandlung beginnen. Mit Hilfe eines Anti-Toxins kann er noch ungebundenes Diphtherie-Toxin neutralisieren. Gleichzeitig erhält der Patient Penicillin (bei Penicillin-Allergie: Erythromycin), um die Bakterien abzutöten, die noch weiteres Toxin produzieren könnten. Darüber hinaus können eine künstliche Beatmung bei starker Atemnot oder eine spezielle Behandlung einer Herz- oder Nierenschwäche mit Medikamenten oder einer Blutwäsche (Dialyse) erforderlich sein.

Bei der Haut- oder Wunddiphtherie ist eine Antitoxin-Gabe meist nicht erforderlich, da die Toxin-Absorption gering ist und keine systemischen Symptome verursacht. Lediglich bei großen Geschwüren (> 2 cm²) mit Pseudomembranbildung solle eine Antitoxin-Gabe erwogen werden.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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