Tipps für Menschen mit Divertikulose

Die Ernährung umzustellen, ist jedoch nicht einfach, gerade wenn man berufstätig ist und nicht viel Zeit zum Einkaufen hat. Versuchen Sie trotzdem, sich gesund zu ernähren und ausreichend Ballaststoffe zu sich zu nehmen: Ein Müsli am Morgen, einen Apfel als Zwischenmahlzeit, einen Salat oder Gemüse als Beilage zum Mittag- oder Abendessen, Vollkornbrot statt Weißbrot. Stellen Sie sich eine Schale mit Obst auf den Schreibtisch  und greifen Sie regelmäßig zu.

Stress im Beruf führt bei vielen Menschen zu Verstopfung. Dies ist leicht erklärbar: Bei Stress aktiviert der Körper das sympathische Nervensystem, das die Verdauung bremst. Lassen Sie psychische Belastungen daher nicht zu sehr an sich herankommen. Entspannungsübungen können helfen abzuschalten. Diese fördern die Verdauung und den Stuhlgang.

Geben Sie jedoch Ihrem Darm bei einer Ernährungsumstellung Zeit. Der Darm reagiert oft erst mit Verzögerung auf die andere Nahrung. Bei manchen kann eine ballaststoffreiche Ernährung unangenehme Nebenwirkungen haben: Die Ballaststoffe werden im Darm von Bakterien abgebaut. Dabei entstehen Gase, die zu Blähungen führen können. Nach einiger Zeit hat sich der Darm meist an die andere Ernährung gewöhnt und die Blähungen lassen nach. Regelmäßige körperliche Bewegung kann zusätzlich helfen, den Darm in Schwung zu bringen.

Tipps zur Ernährungsumstellung

Möchte man seine Ernährung ändern und mehr Ballaststoffe zu sich nehmen, sollte man den Anteil der Ballaststoffe in der Nahrung langsam steigern. Wer bei chronischer Verstopfung jahrelang Abführmittel (Laxantien) eingenommen hat, sollte die Medikamente langsam absetzen.

Reformhäuser oder Bioläden empfehlen, die Nahrung mit Weizenkleie oder geschroteten Leinsamen anzureichern, um die Verdauung in Schwung zu bringen. Noch gesünder sind jedoch natürliche ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Müsli, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Trockenfrüchte und Nüsse (siehe Tabelle). Ernährungsmediziner empfehlen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Bei Verstopfung können es bis zu 40 Gramm sein. Diese Menge ist zum Beispiel in folgendem „Tagesessplan" enthalten:

Nahrungsmittel (Gramm)

Gehalt an Ballaststoffen (in Gramm)

3 Scheiben Roggenvollkornbrot (150)

12

2 Scheiben Grahambrot (100)

8

3 große Kartoffeln (250)

5

2 große Möhren (200)

7

1 mittelgroßer Apfel (150)

3

1 mittelgroße Birne (150)

5

Vor allem zu Beginn der Ernährungsumstellung kann es zu unangenehmen Blähungen kommen. Wichtig ist daher, die Ernährung schrittweise umzustellen. Zunächst kann man damit beginnen, mehr Obst und Gemüse zu essen. Später kann man Weiß- oder Mischbrot gegen Vollkornbrot austauschen. Vollkornknäckebrot und Grahambrot sind besonders gut verträglich. Ideal ist es, in den Tag mit einem Vollkornmüsli mit Joghurt, Dickmilch oder Kefir zu starten. Mit den Milchprodukten nimmt man gleichzeitig „gute" Bakterien auf, die für eine gesunde Darmflora sorgen. Zum Süßen kann man Trockenfrüchte verwenden. Diese fördern zusätzlich die Verdauung.

Wichtig bei einer ballaststoffreichen Ernährung ist, genügend zu trinken: Nur mit ausreichend Flüssigkeit können die Ballaststoffe gut quellen und der Stuhl gleitet besser. Ernährungsmediziner empfehlen, täglich mindestens anderthalb Liter, besser 2 Liter zu trinken. Am besten sind Leitungs- oder Mineralwasser, Kräutertees, verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte. Trinken ist vor allem für diejenigen wichtig, die ihr Essen gerne mit Kleie anreichern: Weizenkleie bindet etwa das 4- bis 5fache seines Gewichtes an Wasser. Pro 1-2 Esslöffel Kleie sollte man also etwa 250 Milliliter Wasser trinken, sonst entsteht ein „Kleie-Pfropf".

Tipps bei Verstopfung

  • Massieren Sie regelmäßig Ihren Bauch
  • Trinken Sie morgens auf nüchternen Magen ein Glas Orangensaft oder ein Glas lauwarmes Wasser
  • Trinken Sie den Saft von eingeweichten Trockenpflaumen
  • Essen Sie eine große Portion Sauerkraut oder zehn eingeweichte Backpflaumen
  • Beginnen Sie den Tag mit einem Müsli, dem sie Kleie beigemischt haben.

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