Was ist Gelbsucht?

Als Gelbsucht (Ikterus) wird der Anstieg des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Blut bezeichnet. Bilirubin entsteht durch den Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bei einer Gelbsucht wird das Bilirubin nicht mehr vollständig ausgeschieden, sondern im Körper gesammelt. Gelbsucht ist keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom verschiedener Erkrankungen, vornehmlich von Leber und Galle.

Bilirubin entsteht nach dem Zerfall roter Blutkörperchen in der Milz und ist ein Abfallprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der den Sauerstoff im Blut transportiert. Bilirubin wird an Eiweiße im Blut gebunden und gelangt über den Blutkreislauf in die Leber, wird dort weiterverarbeitet und mit der Galle ausgeschieden.

Die von der Leber ausgeschiedene Gallenflüssigkeit wird dann in der Gallenblase gesammelt und von dort zu 99% in den Darm abgegeben, wo vor allem die Gallensäuren den Verdauungsprozess weiter unterstützen. Der Rest wird über die Nieren und den Urin ausgeschieden.

Die Gallenflüssigkeit wird von der Leber zur Unterstützung bei der Nahrungsverdauung, insbesondere von fettlöslichen Substanzen gebildet. Der Gallenfarbstoff Bilirubin, Cholesterin und die Gallensäuren sind die wichtigsten Bestandteile der Gallenflüssigkeit.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Alexander Gerbes, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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