Kropf: Untersuchungen & Diagnose

Bei Verdacht auf einen Kropf sollten Betroffene einen Spezialisten für Hormonkrankheiten (Endokrinologe) aufsuchen. Der Arzt befragt den Patienten zunächst, in welchem Zeitraum sich der Kropf entwickelt hat und ob er genügend jodhaltige Nahrungsmittel zu sich nimmt.

An die Befragung zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) schließt sich eine Untersuchung der Schilddrüse an. Der Endokrinologe steht dabei meist hinter dem sitzenden Patienten und legt die Finger beider Hände von hinten auf die Schilddrüse und tastet sie ab. Er achtet auf die Beschaffenheit der Drüse, ob das Tasten Schmerzen verursacht oder ob er Knoten fühlen kann. Einen Tumor der Schilddrüse kann der Arzt daran erkennen, dass sich der Kropf beim Schlucken nicht verschiebt, wie es ohne einen Tumor der Fall wäre.

Mit Hilfe eines Stethoskops kann der Endokrinologe die verstärkte Durchblutung der Schilddrüse hören. Eine Ultraschalluntersuchung macht Lage, Form und Größe der Drüse sichtbar. Im Ultraschall kann der Arzt auch die Gewebestruktur der Schilddrüse betrachten. So kann er beispielsweise Zysten erkennen: Diese erscheinen im Ultraschall dunkel, Knoten dagegen heller.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbes (Röntgen-Thorax) zeigen, ob die vergrößerte Drüse auf die Luftröhre, die Speiseröhre oder andere Organe Druck ausübt. Bei Heiserkeit sollten die Patienten einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, der einen Stimmbandschaden erkennen kann, wenn der Kropf auf die Stimmbandnerven drückt.

Darüber hinaus nimmt der Arzt Blut ab und lässt das Thyreoidea stimulierende Hormon (TSH) bestimmen. In den meisten Fällen produziert die Schilddrüse bei einem Kropf eine normale Menge an Schilddrüsenhormonen (euthyreote Struma). Deshalb ist der TSH-Wert häufig normal. Ein zu niedriger TSH-Wert kann jedoch ein Hinweis darauf sein, dass die vergrößerte Schilddrüse mehr Hormone als gewöhnlich bildet (Schilddrüsenüberfunktion). Um dies zu überprüfen, lässt der Arzt die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmen.

Hat der Arzt den Verdacht, die Schilddrüsenvergrößerung könnte durch eine immunbedingte Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow) ausgelöst sein, lässt er testen, ob im Blut des Patienten bestimmte Abwehrstoffe (Antikörper) des Immunsystems vorhanden sind, die gegen die Schilddrüse gerichtet sind. Sieht der Arzt Knoten im Ultraschall, kann er eine nuklearmedizinische Untersuchung (Szintigrafie) durchführen. Weisen Ultraschall oder Szintigramm darauf hin, dass ein bösartiger Tumor die Ursache des Kropfes ist, entnimmt der Arzt mit einer feinen Nadel eine Gewebeprobe aus der Schilddrüse und lässt sie vom Pathologen unter dem Mikroskop untersuchen (Feinnadelaspirationszytologie).

Sieht der Endokrinologe im Ultraschall einen dunklen Knoten, lässt er den Calcitonin-Wert im Blut bestimmen. Ist dieser Wert erhöht, kann ein bestimmter bösartiger Schilddrüsentumor vorliegen, ein medulläres Schilddrüsenkarzinom.

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