Was ist eine akute Nierenschwäche?

Bei einer akuten Nierenschwäche (auch Niereninsuffizienz oder Nierenversagen genannt) werden die Nieren innerhalb einiger Stunden bis Wochen zunehmend funktionsuntüchtig, so dass das Blut nicht mehr ausreichend gereinigt wird. Dadurch sammeln sich überschüssige Stoffwechselprodukte, Salze, Schadstoffe und Wasser im Blut und im restlichen Körper an und führen so zu einer Störung des Salz- und Flüssigkeitshaushalts. Eine akute Nierenschwäche kann tödlich enden, wenn sie nicht schnell behandelt wird.

Verschiedene Ursachen können eine akute Nierenschwäche auslösen. Dazu zählen unter anderem Verletzungen mit starken Blutungen, Verbrennungen, Thrombosen, Blutvergiftung (Sepsis), Blockade der Harnwege, Operationen mit Komplikationen und verschiedene Medikamente. Fachleute unterscheiden zwischen einer akuten Nierenschwäche mit normaler Urinausscheidung und einer akuten Nierenschwäche mit verringerter Urinausscheidung (weniger als 0,5 Liter/Tag). Das Nierengewebe ist nach einer akuten Nierenschwäche nicht in jedem Fall unwiderruflich zerstört und kann sich in manchen Fällen wieder erholen.

Als Folge der steigenden Anzahl komplizierter Operationen und Infektionen steigt die Häufigkeit der Erkrankung an. Etwa 2-5% der Patienten in Krankenhäusern erleiden ein akutes Nierenversagen, auf Intensivstationen sogar 10-30% der Patienten.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Johannes Mann, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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